Ein Kreuz zur Erinnerung an einen Verkehrstoten an einer Landstraße bei Hildesheim (Archivbild) © Julian Stratenschulte/dpa

Die Zahl der Verkehrstoten in der Europäischen Union ist im vergangenen Jahr erstmals seit 2001 gestiegen. Das berichtet Die Welt online unter Berufung auf eine noch nicht veröffentlichte Statistik der EU-Kommission zur Straßenverkehrssicherheit. Demnach kamen in den 28 EU-Ländern insgesamt 26.000 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, drei Viertel davon sind Männer. Das bedeutet, dass in der EU täglich im Schnitt mehr als 71 Menschen im Straßenverkehr sterben.

Auch in Deutschland stieg die Zahl der Verkehrstoten in 2015 um 2,9 Prozent auf 3.475 Menschen. Es ist bereits das zweite Jahr in Folge, indem hierzulande die Opferzahl im Vergleich zum Vorjahr steigt. Allerdings liegt Deutschland weiter unter dem EU-Durchschnitt. Auf eine Million Einwohner kamen hierzulande im vergangenen Jahr 43 Verkehrstote, in der gesamten EU liegt die Quote bei 51,5 Verkehrstoten pro eine Million Einwohner. Die meisten tödlichen Verkehrsunfälle in der EU, gemessen an der Einwohnerzahl, gab es 2015 in Rumänien und Bulgarien (je 94 Verkehrstote pro eine Million Einwohner); die wenigsten in Malta, Schweden und den Niederlanden mit 26 bis 28 Toten je eine Million Einwohner.

Rückschlag für die Verkehrssicherheit

Der erneute Anstieg der Opferzahl ist für die EU ein Rückschlag im Bemühen, den Verkehr sicherer zu machen. Die EU droht das selbst gesteckte Ziel, die Zahl der Verkehrstoten zwischen 2010 und 2020 zu halbieren, deutlich zu verfehlen. Laut Welt ist die Zahl seit 2010 bisher lediglich um 17 Prozent zurückgegangen. Auch Deutschland sei nach Einschätzung der EU-Kommission vom Ziel einer Halbierung bis 2020 noch weit entfernt. Im Sommer 2010 hatte die EU neue Leitlinien für mehr Straßenverkehrssicherheit vorgelegt. Wichtigste Maßnahmen sind dabei, schwächere Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger oder Radfahrer besser zu schützen, die Fahrausbildung der Verkehrsteilnehmer zu verbessern, die Verkehrsvorschriften konsequent durchzusetzen und eine sichere Infrastruktur im Straßenverkehr zu garantieren.

Die verschiedenen Verkehrswege sind der EU-Statistik zufolge unterschiedlich gefährlich: Die meisten Menschen starben 2015 auf Straßen in ländlichen Gegenden (55 Prozent), also vor allem auf Landstraßen, 38 Prozent im Stadtverkehr und nur sieben Prozent auf Autobahnen. Außerdem zogen sich im vergangenen Jahr in der gesamten EU 135.000 Menschen bei Verkehrsunfällen schwere Verletzungen zu. Die meisten von ihnen waren dem Bericht zufolge Fußgänger, Fahrradfahrer und ältere Menschen. Die EU-Statistik, aus der die Welt zitiert, soll in dieser Woche veröffentlicht werden.