Nach dem ersten tödlichen Unfall mit einem vom Computer gesteuerten Auto hat der Hersteller Tesla Stellung genommen. Das System habe den querenden Lastwagen-Anhänger, unter den die Limousine Model S fuhr, für ein hochhängendes Straßenschild gehalten, zitierte das Blog Electrec den Autokonzern

"Bei diesem Unfall führte die hohe weiße Seitenwand des Anhängers zusammen mit einer Radar-Signatur, die der eines hochhängenden Straßenschilds sehr ähnlich war, dazu, dass keine automatische Bremsung ausgelöst wurde", schrieb demnach Tesla. Behörden hatten vermutet, dass das System den weißen Anhänger vor dem weißen Himmel nicht habe erkennen können.

Der Unfall hatte sich bereits im März ereignet, war aber erst diese Woche durch eine Untersuchung der amerikanischen Verkehrsaufsicht NHTSA öffentlich bekannt geworden. Der Fahrer kam ums Leben, als die Unterkante des Anhängers die Windschutzscheibe traf. Der Tesla fuhr danach laut Polizeiangaben zunächst weiter, kam von der Fahrbahn ab und traf einen Strommast. 

Tesla hatte stets darauf hingewiesen, dass der Fahrmodus "Autopilot" seine Fahrzeuge nicht zu einem selbstfahrenden Wagen mache. Er sei vielmehr ein Fahrassistenz-System, bei dem die Fahrer stets den Verkehr im Blick behalten sollten. Dennoch gibt es im Netz seit der Einführung des Systems im vergangenen Herbst zahlreiche Videos, auf denen Fahrer sich mit anderen Dingen beschäftigen, während der Autopilot die Wagen steuert.

Zulieferer stellt Autopilot-Eignung infrage

Zudem gibt es eine Debatte, ob die Autopilot-Technologie von Tesla überhaupt schon querfahrenden Verkehr erkennen könne. Einer der Zulieferer von Tesla, der Spezialist für Selbstfahrtechnologie Mobileye, stellte das infrage. Die aktuellen Systeme von Mobileye seien für Verkehrssituationen wie bei dem Crash nicht ausgelegt. Die Technologie solle querende Fahrzeuge erst ab 2018 erkennen, teilte ein Sprecher mit. Mobileye hatte am Freitag eine groß angelegte Kooperation mit BMW bekannt gegeben.

Tesla stellte daraufhin klar, dass man sich nicht nur auf die Mobileye-Technologie verlasse. Das Autopilot-System greife vielmehr auf eine Kombination von Technik verschiedener Anbieter zurück, um Hindernisse auf der Fahrbahn zu erkennen.