Die deutsche Bahn hat den ICE der vierten Generation vorgestellt. Mit dem Zug solle ein "neues Kapitel im Fernverkehr" begonnen werden, sagte Bahn-Chef Rüdiger Grube. Der ICE 4 ist mit einer Höchstgeschwindigkeit von 250 Stundenkilometern langsamer als sein Vorgänger, soll dafür aber weniger anfällig für Probleme sein. Im Spätherbst startet der Probebetrieb.

"Die Zukunftsfähigkeit unseres Konzerns wird mit dem neuen Flaggschiff nachhaltig gestärkt", sagte Grube. Der ICE 4 werde eine Schlüsselrolle übernehmen, wenn in den nächsten Jahren mehr Städte und Regionen öfter, schneller und direkter miteinander verbunden werden.

Der neue Zug soll der Deutschen Bahn durch mehr Sitzplätze und damit durch mehr verkaufte Tickets sowie mit einem geringeren Energieverbrauch aus der Krise helfen. Im Fernverkehr konkurriert der Konzern zunehmend mit den günstigeren Fernbus-Angeboten.

Viele Neuerungen für Fahrgäste

Äußerlich unterscheidet sich der neue Zug von seinen Vorgängern kaum. Für Fahrgäste hält er aber mehrere Neuerungen bereit. So können erstmals Fahrräder im ICE mitgenommen werden. Auch gibt es Lifte zum Ein- und Ausstieg von Rollstuhlfahrern, mehr Rollstuhlplätze, eine verbesserte Klimaanlage und Bildschirme mit Informationen zu Anschlussverbindungen. Für die Gepäckablage wurde mehr Platz geschaffen, auch die Beinfreiheit wurde verbessert. Dafür fallen an vielen Stellen Tische weg.

Auch sonst macht die Deutsche Bahn beim ICE 4 einiges anders: Damit zum offiziellen Start im Dezember 2017 nichts schiefgeht, durchläuft der Zug auf der Strecke zwischen Hamburg, Hannover, Nürnberg und München eine mehr als ein Jahr lange Probephase. Dies sei eine "neue Dimension der Qualitätssicherung", sagte Grube. Denn Probleme aus der Testphase können so noch abgestellt werden, bevor der Zug seinen Dienst offiziell aufnimmt.

Bisher hat die Deutsche Bahn 130 neue ICE 4 geordert und mit einem Volumen von 5,3 Milliarden Euro ihr größtes Fahrzeugprojekt überhaupt in Auftrag gegeben. Bisher liegt das Projekt im Zeit- und Kostenplan. Die Züge sollen bis Mitte 2023 ausgeliefert werden und nach und nach die älteren Züge der ICE-1- und ICE-2-Flotte ersetzen.