Der Vergleich zwischen Volkswagen, den US-Behörden und den Kunden des Konzerns hat Bestand. Das Bezirksgericht San Francisco genehmigte die milliardenschwere Einigung. Sie umfasst bis zu zehn Milliarden Dollar für den Rückkauf von bis zu 475.000 Dieselfahrzeugen mit überhöhten Stickoxiden. Die Kunden sollen ihre Wagen nicht nur zurückkaufen oder umrüsten lassen können, sondern zusätzlich mit bis zu 10.000 Dollar entschädigt werden.

Zudem muss VW wegen des Abgasskandals 4,7 Milliarden Dollar für Umweltfonds aufbringen. Die Rückkäufe sollten Mitte November beginnen, erklärte VW dazu. Insgesamt könnte der Vergleich VW bis zu 16,5 Milliarden Dollar (15,2 Milliarden Euro) kosten.

Der Kompromiss sei "fair, angemessen und adäquat", teilte Richter Charles Breyer mit. Volkswagen bezeichnete die richterliche Genehmigung als "wichtigen Meilenstein auf unserem Weg, die Dinge in den USA wieder in Ordnung zu bringen". Der Konzern wolle nun dafür sorgen, dass das Programm für die betroffenen Kunden "so reibungslos wie möglich" umgesetzt werde, kündigte der Volkwagenchef in den USA, Hinrich Woebcken, in einer Mitteilung an.

VW hatte die Entschädigungslösung zur Beilegung des Rechtsstreits bereits im Juni mit US-Behörden und zahlreichen Dieselbesitzern ausgehandelt, später einigte man sich auch mit klagenden US-Autohändlern. Bei den US-Kunden war der Kompromiss auf breite Zustimmung getroffen. Die überwiegende Mehrheit hat sich bereits registriert, um das Angebot anzunehmen.

In Deutschland und anderen Ländern sträubt sich VW bislang gegen vergleichbare Angebote. Weltweit sind etwa elf Millionen Dieselwagen vom Skandal betroffen.

Der Kompromiss gilt für dieselbetriebene Autos mit Zweilitermotoren, die mit einer Software zum Austricksen von Abgastests ausgerüstet sind. VW hatte den Schwindel im September 2015 nach Vorwürfen des US-Umweltamts EPA eingeräumt. Bei zusätzlichen etwa 85.000 Fahrzeugen mit größeren Dreilitermotoren ringt der Konzern weiter um eine Lösung.

Die VW-Tochter Audi, von der die Dreilitermotoren stammen, musste am Montag überarbeitete Rückrufpläne in den USA einreichen. Einem Audi-Sprecher zufolge gingen die Unterlagen fristgemäß ein. Wegen des laufenden Verfahrens hätten die Parteien jedoch zunächst Stillschweigen zum Inhalt vereinbart. Sollte es nicht gelingen, die Wagen technisch umzurüsten, drohen auch bei den größeren Fahrzeugen teure Rückkäufe. Zudem drohen VW auch noch weitere Konsequenzen wegen Verstößen gegen Umweltgesetze und strafrechtlicher Vergehen.