Die umstrittenen Gigaliner werden nach Angaben der Bundesregierung ab dem kommenden Jahr regulär auf deutschen Straßen fahren. Das bisherige Pilotprojekt solle in einen Regelbetrieb übergehen, sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Seit 2012 waren die überlangen Transporter in einem Feldversuch getestet worden, der zum Jahresende ausläuft.

Bei den Langlastern handelt es sich um Lkw, die 25,5 Meter lang und damit sechseinhalb Meter länger sind als normale Lastwagen. Die sogenannten Gigaliner dürfen allerdings mit 40 Tonnen beladen nicht schwerer sein als die bisherigen Lastwagen. Sie bieten sich daher vor allem für leichte Güter an, die viel Volumen einnehmen.

Dobrindt sagte, dass zwei solcher überlangen Lastwagen drei herkömmliche Laster ersetzen könnten. Damit könne 25 Prozent CO2 eingespart werden. Zudem nehme die Infrastruktur keinen Schaden, weil die Gigaliner nicht schwerer sein dürften als die bisherigen, und es gebe auch keine Güterverlagerung von der Schiene auf die Straße. Damit hätte der 2012 begonnene Test die Bedenken der Kritiker entkräftet, sagte Dobrindt.

Derzeit fahren im laufenden Testprojekt 159 Gigaliner auf deutschen Straßen. Für sie ist ein 11.600 Kilometer langes Straßennetz freigegeben. Laut Dobrindt hat Rheinland-Pfalz als 14. Bundesland erklärt, an dem Test teilzunehmen. Damit sind für die Gigaliner nur noch Berlin und das Saarland gesperrt.

Die Freigabe der Riesenlastwagen für den regulären Straßenverkehr sei eine Katastrophe für den Klimaschutzplan 2050, sagte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege. Der Transport mit Lastwagen werde mit staatlicher Unterstützung billig gemacht und die umweltfreundlichen Güterbahnen im Wettbewerb würden ausgebremst. "Mit den Riesenlastwagen CO2 einsparen zu wollen, ist ein Hirngespinst. Tausende neuer Lkw-Transporte werden diese Rechnung ins Gegenteil verkehren." Die langen Lastwagen seien zudem bei den Bürgern unbeliebt.