Vielfach parken und übernachten Fernfahrer tagelang in ihren Lkw am Straßenrand oder auf unbebauten Grundstücken in Gewerbegebieten. Viele Fahrer lassen die Dieselmotoren wegen der Klimaanlage oder Heizung laufen, einige kochen auf Gaskochern oder auf dem Grill am Straßenrand und lassen den Müll liegen. Auch wegen fehlender Toiletten stinkt es dort zum Himmel. Die Anwohner fühlen sich belästigt, das Ordnungsamt zeigt wenig Interesse. Ist das wilde Campieren erlaubt? Welche Verpflichtungen haben die Speditionen?, will Leser Stephan Ling wissen.

Lkw-Fahrer sind zu Ruhezeiten verpflichtet und müssen das Fahrverbot am Sonntag einhalten. Darum braucht es Parkplätze für Brummis. "Für das Parken gibt es ein paar Einschränkungen gegenüber den allgemeinen Regeln. In einem Gewerbegebiet dürfen jedoch Lkw genauso geparkt werden, wie auch ein Pkw geparkt werden dürfte", sagt der Verkehrsrechtsexperte Markus Matzkeit.

Da viele Fahrer während der Arbeitszeit überwiegend in ihren Lastwagen wohnen, müssen sie dort auch mit dem Lebensnotwendigen versorgt sein. "Ein unnötiges Laufenlassen des Motors ist aber verboten und kann mit einem Bußgeld geahndet werden – allerdings sind das nur zehn Euro", erklärt Matzkeit und fügt hinzu, dass die Definition des Begriffes "unnötig" schwierig sei. "Die vom Leser geschilderten Beispiele sind allerdings für den Fahrbetrieb technisch nicht erforderlich."

Neben dem Bußgeld kann der betroffene Bürger auch selbst zivilrechtlich Unterlassung verlangen, wie der Verkehrsjurist ausführt: "Gegenüber dem einzelnen Fahrer ist das nicht sinnvoll – wohl aber gegenüber Grundstückseigentümern, die ihre Grundstücke hierfür zur Verfügung stellen, oder gegenüber Betrieben, deren Lkw regelmäßig betroffen sind."

Das Verrichten der Notdurft in dieser Weise ist in den meisten Städten durch kommunale Satzungen mit Bußgeld bedroht. Dies durchzusetzen ist juristisch aber für die Anwohner nicht möglich, räumt der Jurist ein. Hier könne auch nur gegen Grundstückseigentümer oder häufig betroffene Betriebe gehandelt werden. Ähnliches gilt auch für die Entsorgung von Müll.

Der Rechtsanwalt räumt ein, dass das Thema juristisch nur schwer greifbar und regelungsfähig ist. "Gefragt sind hier die Unternehmer und Kommunen, um Park- und Rastmöglichkeiten mit einer entsprechenden Infrastruktur zu schaffen", empfiehlt Matzkeit.