Kürzlich hatte ich meinen Wagen zur Inspektion in der Werkstatt. Eine Woche später trat das Problem wieder auf. Gibt es Garantiezeiten auf Reparaturen, oder muss ich erneut zahlen, damit derselbe Fehler nochmals behoben wird?, möchte ZEIT-ONLINE-Leser Stephan Nowak wissen.

Die Vereinbarung zu einer Autoreparatur gilt rechtlich als Werkvertrag. Die Kfz-Werkstatt verpflichtet sich gegenüber dem Kunden zur Herstellung eines bestimmten "Werkes", nämlich der Reparatur eines Fahrzeugs – so sieht es die offizielle Definition vor.

Das heißt aber auch, dass sich der Kunde nicht mit Bemühungen oder bloßen Versuchen der Werkstatt zufrieden geben muss. Er kann auf eine vollständige und fachgerechte Reparatur des Schadens bestehen. "Ist die Reparaturleistung der Autowerkstatt mangelhaft, kann und muss der Kunde der Werkstatt zunächst einmal Gelegenheit zum Nachbessern der Mängel einräumen", erläutert der Verkehrsrechtsexperte Herbert Engelmohr vom Automobilclub von Deutschland (AvD).

Allerdings gibt es auch für die Kfz-Betriebe Sicherheiten. "Ein Kunde kann Mängel nicht zeitlich unbegrenzt geltend machen", warnt Engelmohr. Paragraf 634 a des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) sieht bei Mängelansprüchen eine grundsätzliche Verjährungsfrist von zwei Jahren vor. "Diese gilt auch, wenn der Kunde in diesem Zeitraum den Mangel nicht erkennt", sagt der Verbandsjurist.

Werkstätten können außerdem die Verjährung in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) verkürzen. Viele Werkstätten räumen ihren Kunden für Reparaturleistungen nur die vorgeschriebene Mindestverjährungsfrist von einem Jahr ein. Da diese Frist mit Abnahme oder Rückgabe des Fahrzeugs nach der Reparatur beginnt, empfiehlt Engelmohr, das Fahrzeug sofort zu überprüfen und weiterhin aufmerksam zu beobachten, um eventuelle Mängel frühzeitig zu erkennen.

"Je länger der Reparaturmangel unentdeckt bleibt, desto schwieriger wird nicht nur der Nachweis, dass dieser Mangel auf einem Fehler der Werkstatt beruht; auch das Ende der Verjährungsfrist rückt näher", erklärt Engelmohr. "Verhandlungen mit der Werkstatt können den Fristablauf zwar grundsätzlich hemmen. Auf der sicheren Seite ist man jedoch nur, wenn rechtzeitig Klage bei Gericht eingereicht wird."

Wer nicht wegen einer quietschenden Bremse vor Gericht ziehen möchte, sondern den Streit mit der Kfz-Werkstatt schneller lösen will, kann sich an Schiedsstellen der Kfz-Innung wenden.

Anders sieht es aus, wenn Arglist im Spiel ist: Verschweigt die Werkstatt einen ihr bekannten Mangel, gilt eine längere Verjährungsfrist von drei Jahren. "Diese beginnt auch erst am Ende des Jahres, in dem der Kunde nach Rückgabe des Fahrzeugs Kenntnis von dem Mangel und der Arglist der Werkstatt bekommt oder ohne grobe Fahrlässigkeit hätte erlangen müssen", erläutert der AvD-Experte und verweist auf Paragraf 634 a Absatz 3 BGB in Verbindung mit den Paragrafen 195 und 199 Absatz 1 BGB.