Als Fahrradfahrerin kann ich meinen Führerschein verlieren, weil ich beispielsweise mit zu viel Promille auf dem Fahrrad unterwegs war. Nun darf ich ja trotzdem weiterhin Fahrrad fahren. Was geschieht, wenn ich meinen Führerschein nicht mehr habe und erneut mit zu viel Promille auf dem Rad erwischt werde?, will ZEIT-ONLINE-Leserin Ursula Werner wissen.

Alkohol beeinträchtigt die Reaktions- und Koordinationsfähigkeit. Besonders wer hinter dem Lenkrad sitzt, verzichtet besser auf Bier, Wein oder Schnaps. Der Gesetzgeber senkte schon vor vielen Jahren die Promillegrenze für Kraftfahrer von 0,8 auf 0,5 Promille Alkohol im Blut.

Doch längst nicht alle halten sich an den Expertenrat, das Fahrzeug stehen zu lassen, wenn sie zu viel getrunken haben. Alkohol war im Jahr 2014 bei 4,5 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden eine der Unfallursachen, wie das Statistische Bundesamt herausfand. 14.560 Menschen kamen 2014 bei Unfällen zu Schaden, bei denen ein Rauschmittel im Spiel war – in rund neun von zehn Fällen war es Alkohol.

Nach Unfällen oder Verkehrskontrollen kann ein Alkoholtest angeordnet werden. Eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) wird meistens dann Pflicht, wenn ein Kraftfahrer mehrfach mit Alkohol im Straßenverkehr auffällt oder einmal mit 1,6 Promille oder mehr erwischt wird. Dieser Wert gilt auch für Fahren unter Alkoholeinfluss auf dem Fahrrad.

Was heißt das für die Frage unserer Leserin? "Bei einer Trunkenheitsfahrt mit dem Fahrrad kann auch eine MPU drohen. Sollte man sich dieser Untersuchung nicht unterziehen oder die Prüfung nicht schaffen, wird dem Betroffenen der Führerschein entzogen", sagt der Verkehrsrechtsexperte Florian Schmidtke. "Hat man keinen Führerschein, kann einem sogar das Fahrradfahren untersagt werden." Der Jurist räumt allerdings ein: "Die Durchsetzung wird dann jedoch wohl schwierig."