Die Zeit für Winterreifen ist gekommen. Haben die Pneus aus dem Vorjahr nicht mehr genug Profil oder sie sind generell zu alt geworden, müssen neue her. Worauf sollte man achten?

Wann muss ich die Reifen wechseln?

Eine gesetzliche Vorschrift gibt es nur insofern, als dass bei winterlichen Straßenverhältnissen die Winterreifen aufgezogen sein müssen. Doch bereits bei niedrigen Plus-Graden haben Sommerreifen nicht mehr den maximalen Grip. Schon aus eigenem Interesse ist es also sinnvoll, jetzt nicht mehr lange mit dem Reifenwechsel zu warten.

Wie erkenne ich die richtigen Reifen für die kalten Monate?

Für den Winter geeignete Pneus haben auf der Flanke vermerkte Kürzel: Reifen mit "M+S"-Logo erfüllen bereits die gesetzlichen Anforderungen. Auch Ganzjahresreifen können dieses Kürzel tragen. Anspruchsvoller und heute bei Winterreifen weitgehend gängig ist jedoch das zusätzliche Schneeflockensymbol: ein Berg mit drei Gipfeln, in dem eine Schneeflocke abgebildet ist. Diese Reifen entsprechen dem strengen amerikanischen Industriestandard für Winterreifen.

Tut es auch ein Ganzjahresreifen?

Wenn der Reifen mindestens das "M+S"-Logo hat, darf er auch bei Eis und Schnee gefahren werden. Ganzjahresreifen sind ein Kompromiss zwischen Sommer- und Winterreifen, schlagen sich bei jeder Jahreszeit ordentlich, sind aber nie spitze. Sie eignen sich beispielsweise für flache Gegenden mit milderem Klima und für Fahrzeuge, die vornehmlich in der gut geräumten Stadt genutzt werden.

Ihr Vorteil ist die Zeit- und Geldersparnis, schließlich kann auf den zweimal jährlichen Wechsel verzichtet werden. Der Nachteil: Bei schneebedeckten Straßen kommen die Reifen deutlich schneller an ihre Grenzen als richtige Winterpneus.

Wann brauche ich neue Reifen?

Reifen sollten gewechselt werden, wenn sie älter als zehn Jahre oder zu stark abgefahren sind. Der Gesetzgeber fordert mindestens 1,6 Millimeter Restprofil – Experten empfehlen aber, Winterreifen schon bei weniger als 4 Millimetern oder nach 6 Jahren auszutauschen. Häufig sind die Reifen auf den Antriebsrädern schneller runtergefahren als die auf der anderen Achse. Dann reicht es, nur diese zu wechseln.

Idealerweise nimmt man wieder Reifen vom gleichen Typ, auch wenn Mischbereifung grundsätzlich erlaubt ist, solange man nicht Radial- und Diagonalreifen mischt. Da die Diagonalbauart nur noch für Oldtimer in Frage kommt, ist das ein eher theoretisches Problem. Trotzdem ist eine Bereifung mit stark unterschiedlichen Produkten aber nicht zu empfehlen, da sich das Fahrverhalten verändern kann. Das frische Paar montiert man unabhängig von der Antriebsart auf der Hinterachse, da sie für die Fahrstabilität verantwortlich ist.

Welche Reifengrößen eignen sich für mein Auto?

Besitzer eines alten Fahrzeugscheins finden die zulässigen Standarddimensionen dort unter den Ziffern 20 und 21 beziehungsweise 22 und 23. Zusätzliche Größen werden häufig im Feld 33 unter "Bemerkungen" aufgeführt. Komplizierter wird es, wenn man statt des Fahrzeugscheins die 2005 eingeführte "Zulassungsbescheinigung Teil I" hat. Dort ist nur noch die kleinste zulässige Größe angegeben. Die restlichen Dimensionen finden sich in der beim Neuwagenkauf mitgelieferten EU-Übereinstimmungserklärung (auch COC-Papier genannt).

Die Liste ist allerdings nicht erschöpfend. Je nach Achslast und Höchstgeschwindigkeit sind auch andere Dimensionen erlaubt. Hier fragt man am besten den Fachmann. Alternativ bieten die großen Reifenhersteller auf ihren Internetseiten Suchmaschinen an, die anhand der Fahrzeugdaten die passenden Reifen ermitteln.

Welche der zulässigen Größen soll ich wählen?

Meistens gilt: Je größer die Felgen und je breiter die Reifen, desto besser stehen sie dem Auto. Allerdings steigt der Preis mit mehr Durchmesser und Aufstandsfläche stark an. Jenseits der Optik bieten breite Reifen aber weitere Vorteile: Auf trockener Fahrbahn bremsen sie besser, und auch die Kurvenstabilität erhöht sich. Allerdings sind Breitreifen anfälliger für Aquaplaning und steigern den Verbrauch. Gleichzeitig bieten sie weniger Federungskomfort. Am Ende ist die Wahl also in erster Linie von Geschmack und Geldbeutel abhängig.