Der deutsche Autohersteller Volkswagen hat sich im Abgasskandal vor einem US-Gericht formell schuldig bekannt. Der VW-Chefjurist legte dem Bundesgericht in Detroit ein Schuldbekenntnis des Konzerns vor. Das geht aus einem Gerichtsdokument hervor. Demnach bekennt sich VW wegen Betrugs bei Abgaswerten, Behinderung der Justiz und dem Verkauf von Waren unter falschen Angaben schuldig. Damit setzt VW eine Vereinbarung um, die das Unternehmen mit dem US-Justizministerium getroffen hatte. In der Vereinbarung erklärte sich VW bereit, ein Schuldbekenntnis abzulegen und eine unabhängige Aufsichtsperson zu installieren, die für drei Jahre die Aktivitäten des Konzerns in den USA überwacht.

Im Gegenzug stellte das US-Justizministerium strafrechtliche Ermittlungen gegen den deutschen Autokonzern ein. Der zuständige Richter will am 21. April bekannt geben, ob er der Einigung mit dem Justizministerium zustimmt. Schuldeingeständnisse von Unternehmen sind bei außergerichtlichen Vereinbarungen mit den US-Strafverfolgungsbehörden eher ungewöhnlich. Volkswagen brachte nun erneut sein "tiefes Bedauern" über den Dieselskandal zum Ausdruck. Die Vereinbarungen mit der US-Regierung spiegelten die Entschlossenheit von Volkswagen wider, gegen Fehlverhalten vorzugehen, das den Unternehmenswerten widerspreche, sagte die Sprecherin von Volkswagen USA, Jeannine Ginivan.

In dem Vergleich mit dem US-Justizministerium hatte VW zudem 4,3 Milliarden US-Dollar Strafzahlungen geleistet. Vor der Einigung wurden bereits diverse andere Zahlungen von insgesamt mehr als 17,5 Milliarden Dollar ausgehandelt worden, um den Abgasskandal zu bewältigen. Der Abgasskandal kostet den Konzern damit in den USA viel Geld. VW hat 18 Milliarden Euro für die weltweite Abwicklung des Skandals zurückgestellt.

Auch strafrechtlich ist der Skandal für Volkswagen in den USA längst nicht abgehakt. Sechs VW-Manager werden formell von der US-Justiz beschuldigt, an den Manipulationen der Abgaswerte beteiligt gewesen zu sein. Einer von ihnen wurde im Januar während seines Urlaubs in Florida festgenommen. Er wartet in der Haft auf seinen Prozess. 

Volkswagen hatte im September 2015 erst auf Druck der US-Behörden zugegeben, weltweit in elf Millionen Dieselautos verschiedener Marken die illegale Software eingebaut zu haben, die die Testwerte nach unten manipulierte. Der Konzern beteuert bis heute, dass die Unternehmensspitze von den Tricksereien nichts gewusst und diese umgehend bei den Behörden zugegeben habe, nachdem sie davon erfahren habe.