Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt will die Luftverkehrssteuer abbauen. Die Steuer sei langfristig nicht zu halten, sagte der CSU-Politiker bei einem Kongress von Luftverkehrswirtschaft und Industrie. "Deswegen glaube ich, würde es allen gut anstehen, wenn man dazu ein klares Bekenntnis abgäbe, dass wir einen Einstieg in den Ausstieg wollen."

Die Belastungen der Luftverkehrssteuer könnten allerdings nur schrittweise abgebaut werden, hieß es. "Die Belastung für den Luftverkehr lässt sich zwar nicht auf einen Schlag lösen, man könnte sie aber nach und nach abbauen." Unterstützung für den Vorschlag von Dobrindt gab es von der Gewerkschaft verdi und der Landesregierung aus Hessen. In Frankfurt liegt der größte deutsche Flughafen.

Verdi-Chef Frank Bsirske sagte, es sei unfair, einseitig Steuern zulasten nationaler Fluggesellschaften zu erheben. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier sagte, die Steuer belaste den Standort. "Ich war schon immer dafür, sie zu streichen." Zugleich regte der CDU-Politiker an, Fluggesellschaften bei der Steuer zu entlasten, die leisere Flugzeuge einsetzen.

Auch Dobrindt betonte die Wichtigkeit des Luftverkehrs für den Wirtschaftsstandort Deutschland. "Fliegernationen sind Wohlstandsnationen", sagte er bei dem Kongress in Berlin. Dieses Grundprinzip dürfe die Politik nicht vergessen. Dobrindt erteilte in dem Zusammenhang auch einem bundesweiten Nachtflugverbot eine Absage. Mobilität sei die Grundlage dafür, dass Deutschland gut wirtschaften könne.

Die Luftverkehrssteuer oder Ticketsteuer wird seit dem 1. Januar 2011 bei jedem Abflug von einem deutschen Flughafen erhoben. Abhängig von der Entfernung des Reiseziels gilt eine von drei Stufen. Der Fiskus verdient an der Steuer rund eine Milliarde Euro pro Jahr.