Ob der Flughafen Berlin Tegel auch nach der seit Jahren verzögerten Eröffnung des Flughafens Berlin Brandenburg (BER) erhalten bleibt, sollen die Berliner in einem Volksentscheid bestimmen. Es lägen "204.263 gültige Zustimmungserklärungen" für ein Volksbegehren vor, sagte die Landesabstimmungsleiterin Petra Michaelis-Merzbach. Das seien 30.012 Unterschriften mehr, als nötig gewesen wären. Als möglicher Termin für den Volksentscheid gilt der Tag der Bundestagswahl am 24. September.

Eigentlich sollte Tegel spätestens sechs Monate nach der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER geschlossen werden. Wann dieser in Betrieb geht, ist nach wie vor unklar. Nach mehreren Terminverschiebungen ist derzeit von 2018 die Rede.

Die Initiatoren des Volksbegehrens, darunter die FDP, argumentieren, wegen der stark gestiegenen Passagierzahlen werde Tegel auch nach der BER-Eröffnung weiter gebraucht. Sowohl die rot-rot-grüne Koalition in Berlin als auch die rot-rote Koalition in Brandenburg wollen an der Schließung von Tegel jedoch nicht rütteln. Sie verweisen auf rechtliche Festlegungen und auf den Lärmschutz für die Anwohner im Berliner Norden. Auch gibt es fortgeschrittene Pläne für einen Forschungs- und Industriepark sowie Wohnungen auf dem Gelände.

Die Unterschriftensammlung der Bürgerinitiative dauerte vier Monate; eingereicht wurden 257.218 Unterschriften, von denen jedoch gut 50.000 ungültig waren. Für ein Zustandekommen des Volksbegehrens mussten sieben Prozent der Stimmberechtigten zustimmen, also 174.251 Berliner. Diese Zahl wurde trotz der großen Zahl ungültiger Unterschriften klar übertroffen. Unterschrieben haben die Unterstützter folgenden Appell: "Der Berliner Senat wird aufgefordert, sofort die Schließungsabsichten aufzugeben und alle Maßnahmen einzuleiten, die erforderlich sind, um den unbefristeten Fortbetrieb des Flughafens Tegel als Verkehrsflughafen zu sichern!"