Nach dem Skandal um einen gewaltsamen Passagierrauswurf hat sich die Fluggesellschaft United Airlines gegen eine bereits vereinbarte Beförderung von Konzernchef Oscar Munoz entschieden. Der 58-Jährige werde im kommenden Jahr nicht wie geplant zusätzlich zum Vorstandsvorsitz automatisch auch die Leitung des Verwaltungsrats übernehmen, teilte United mit. Eine Klausel im Arbeitsvertrag sei entsprechend angepasst worden. Munoz selbst habe vorgeschlagen den Passus in seinem Vertrag zu ändern.

Munoz war in die Kritik geraten, nachdem jüngst ein 69 Jahre alter Passagier, der eine überbuchte Maschine nicht verlassen wollte, auf Betreiben der United-Flugcrew gewaltsam von der Flughafenpolizei in Chicago aus dem Flieger gezerrt wurde. Das Vorgehen gegen den Kunden, der sich laut seinem Anwalt die Nase brach, zwei Zähne verlor und eine Gehirnerschütterung erlitt, hatte weltweit Empörung hervorgerufen.

Munoz verstärkte den Ärger zunächst, indem er den Vorfall in einer ersten Reaktion zwar bedauerte, das Verhalten seiner Mitarbeiter aber verteidigte. Erst nachdem die Welle der Entrüstung immer größer wurde, US-Politiker die Aufklärung des Falls forderten und sogar Präsident Donald Trump sich über seinen Sprecher zu dem Thema äußerte, bat Munoz Tage nach dem Vorfall um Entschuldigung für den Rausschmiss.