Früher wurden Akkus mit relativ kurzer Lebensdauer und Memory-Effekt schnell zum Spielverderber. In modernen Pedelecs werden fast nur noch Lithium-Ionen-Batterien mit integriertem Batterie-Management-System (BMS) verwendet, die neben einer deutlich höheren Lebensdauer auch viel länger eine stabile Performance bieten.

Die meisten Pedelec-Hersteller geben die Haltbarkeit der Batterien mit 500 bis 1.000 Ladezyklen an. Angesichts von 50 bis 100 Kilometer Reichweite pro Ladung sind also stattliche Laufleistungen garantiert. In einem Test des ADAC im Jahr 2015 wurde eine Bosch-Batterie erst nach 1.515 Ladezyklen als endgültig unbrauchbar deklariert – das entspricht einer Fahrleistung von 57.000 Kilometern.

Eigentlich ist die Technik also ausgereift. Doch wer im Umgang mit der Batterie auf ein paar Dinge achtet, kann ihre Lebensdauer zusätzlich positiv beeinflussen.

Auch wenn Ladezyklen die Verschleißgrenze der Akkus definieren: Häufiges Laden ist nicht gleichzusetzen mit schnellem Akku-Tod. Im Gegenteil. Die Hersteller empfehlen häufige Teilladungen, die sich sogar positiv auf die Lebensdauer von Lithium-Ionen-Batterien auswirken sollen. Gegen den vor allem bei Nickel-Metallhydrid-Batterien bekannten Memory-Effekt ist die Lithium-Ionen-Technik immun.

Batterien nicht vollkommen entladen lagern

Werden Lithium-Batterien allerdings komplett leer gefahren, kann sich das negativ auf die Lebensdauer auswirken. In der Regel verhindert das Batterie-Management-System eine besonders schädliche Tiefenentleerung. Wird eine halbleere Batterie geladen, zählt das auch nur als halber Ladezyklus. Insofern darf man ruhig nach jeder Fahrt das Ladegerät anklemmen. Wobei man das vom Hersteller empfohlene Ladegerät verwenden sollte.

Idealerweise lädt man bei Raumtemperatur, der Akku sollte dabei keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein. In den vergangenen Jahren sind in einigen wenigen Fällen Lithium-Ionen-Akkus beim Laden entflammt. Will man auf Nummer sichergehen, lässt man die Stromspeicher nicht über längere Zeiträume unbeaufsichtigt am Ladegerät. Außerdem sollte man nicht neben leicht brennbaren Materialien laden.

Wer das Pedelec längere Zeit nicht nutzt, zum Beispiel in der Winterpause, sollte ideale Bedingungen zum Lagern der Batterie schaffen. Fahrrad-Akkus lagert man am besten in trockenen Räumen bei Temperaturen um 15 Grad und setzt diese möglichst nicht Sonne oder Kälte aus. Auch sollte die Batterie bei einer längeren Pause nicht vollständig entladen sein. Im besten Fall ist sie etwa halbvoll. Alle zwei Monate empfiehlt sich eine Überprüfung des Ladezustands.

Zur Pflege des Pedelecs gehört auch das Säubern der Batterie. Man wischt sie am besten mit einem leicht feuchten Tuch ab. Gelegentlich kann man auch die Steckpole mit einem trockenen Tuch oder einer Bürste reinigen und anschließend leicht einfetten.

Soll das Pedelec auf einem Fahrradträger mit dem Auto transportiert werden, nimmt man den Stromspeicher besser im Fahrzeuginneren mit. Sollte sich während des Transports der Akku aus der Halterung lösen und herunterfallen, ist mit einem Totalschaden zu rechnen. Weist eine Lithium-Ionen-Batterie eine äußere Beschädigung auf, besteht Brandgefahr. Man sollte den Akku dann vom Fachmann checken lassen und idealerweise dort auch entsorgen. Im Hausmüll darf die Batterie nicht landen.

Wer deutliche Kapazitätsverluste bei der Batterie feststellt, sollte ebenfalls einen Check vom Fachhändler durchführen lassen. Keinesfalls sollte man versuchen, den Akku selber zu reparieren und dabei möglicherweise sogar öffnen.