Der Stuttgarter Autobauer Daimler hat den Vorwurf, illegale Abschalteinrichtungen in Dieselautos verbaut zu haben, zurückgewiesen. Die Regulierung der Abgasreinigung sei eine technisch und rechtlich hochkomplexe Frage, teilte ein Konzernsprecher mit. Auf Basis der dem Konzern vorliegenden Informationen wolle Daimler mit allen rechtlichen Mitteln gegen den Vorwurf einer illegalen Abschalteinrichtung vorgehen.

Nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, WDR und NDR könnten mehr als eine Million Daimler-Fahrzeuge mit einer Software programmiert sein, die Abgaswerte manipuliert. Die Software reduziere den Abgasausstoß nur auf dem Prüfstand, nicht im Straßenverkehr. Zwei Motorklassen, OM 642 und OM 651, sollen manipuliert worden sein.

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) will betroffene Fahrzeuge gesondert untersuchen. Die Untersuchungskommission zum Diesel-Skandal hatte sich am Donnerstag mit Konzernvertretern getroffen und dies besprochen.

Daimler habe bei dem Treffen seine Position dargestellt, sich rechtskonform zu verhalten. Das Unternehmen sicherte zu, weiterhin in vollem Umfang mit den Behörden zu kooperieren. Einen Spiegel-Bericht, wonach das KBA mit einer Rückrufaktion gedroht habe, wies Daimler zurück.