In der Abgasaffäre ermitteln die Behörden nun auch gegen die Volkswagen-Tochter Porsche. Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft nahm Untersuchungen wegen einer möglichen Manipulation der Abgasnachbehandlung an Dieselfahrzeugen von Porsche auf, wie ein Sprecher am Montag mitteilte. Sie richteten sich gegen unbekannte Mitarbeiter des Autoherstellers und eines amerikanischen Tochterunternehmens. Es werde der Vorwurf des Betrugs und der strafbaren Werbung geprüft. Die Staatsanwaltschaft hatte im April vergangenen Jahres Vorermittlungen aufgenommen.

Im VW-Abgasskandal spielte Porsche bisher eine Nebenrolle. Der Hersteller bezieht seine Dieselantriebe von der VW-Tochter Audi. Einer dieser Motoren ist im Modell Cayenne verbaut. Nach der Entdeckung neuer auffälliger Diesel-Abgaswerte bei Audi war daher im Juni das Kraftfahrt-Bundesamt angewiesen worden, Untersuchungen am Porsche-Modell Cayenne durchzuführen. In Deutschland ist außerdem der kleinere Porsche-Geländewagen Macan Teil eines "freiwilligen" Rückrufs von 630.000 Fahrzeugen verschiedener Marken, bei denen amtliche Zweifel an der Abgastechnik bestehen – aber nicht der Vorwurf einer illegalen Einrichtung erhoben wird.

Vergangene Woche war ein Audi-Manager auf Antrag der Staatsanwaltschaft München II festgenommen worden. Bis zu seiner Beurlaubung im Jahr 2015 war er einer der führenden Audi-Motorenentwickler und ist offenbar stark in die Abgasaffäre verwickelt. Ihm werden Betrug und unlautere Werbung vorgeworfen. Außerdem ist er einer von acht Mitarbeitern des VW-Konzerns, gegen den die US-Justiz Strafanzeige gestellt hat. Er sitzt in Untersuchungshaft und will mit den Behörden kooperieren.

In Deutschland ermittelt auch die Staatsanwaltschaft Braunschweig wegen Betrugsverdachts gegen fast 40 Beschuldigte. Daneben gibt es in Europa unzählige Klagen von Aktionären und Autobesitzern gegen VW.