Mit jeder neuen Generation sind die Klein- und Kompaktwagen bei Volkswagen stets ein gutes Stück gewachsen. Mit dem Ergebnis, dass der kleinere Polo längst in Dimensionen vorgedrungen ist, die den originalen Golf der ersten Serie weit hinter sich gelassen haben. Die sechste Generation des Kleinwagens geht kurz nach der Publikumspremiere auf der Frankfurter IAA im September zu Preisen ab 12.975 Euro an den Start. Und erneut holt der Polo bei der Größe gegenüber dem Golf auf. Man könnte auch sagen: Der Polo mutiert zum Minigolf.

Mit einem Längenzuwachs von acht Zentimetern auf nunmehr 4,05 Meter übertrifft der neue Polo dabei erstmals die Viermetermarke, die einst als Obergrenze für die Kleinwagen galt. Ein Maßstab, der sich aber wohl überlebt hat, denn auch die Konkurrenten aus Köln und Rüsselsheim, der Ford Fiesta und der Opel Corsa, sind bereits in die neue Längenregion vorgedrungen.

Das Kofferraumvolumen steigt um ein Viertel

Noch wirkungsvoller macht sich die Verlängerung beim Radstand bemerkbar, der um fast zehn Zentimeter auf 2,56 Meter angewachsen ist. Das schafft im Innenraum Platzverhältnisse, die nahe an die höher angesiedelte Kompaktklasse heranreichen. Das spüren speziell die Hinterbänkler: Dort sitzen selbst Erwachsene auch dann noch bequem, wenn vorne ein großer Fahrer seinen Sitz weit nach hinten schiebt. Der Kofferraum hat im Vergleich zum Vorgänger gleich um ein Viertel auf 351 Liter Volumen zugelegt. Klassenbester ist der Polo damit allerdings immer noch nicht.

Der Neuling aus Wolfsburg, mehr als 14 Millionen Mal seit seinem Debüt im Jahr 1975 verkauft, nähert sich auch optisch immer mehr dem Golf an: breiter Grill unter einer flachen Nase, ansteigende Gürtellinie und eine abfallende Dachlinie, die in einem kleinen Heckspoiler endet. Das betont, inklusive einer geringfügig niedrigeren Höhe, deutlich mehr die Dynamik.

Neun verschiedene Motoroptionen

Die Inneneinrichtung ist vor allem auf die etwas jüngere Zielgruppe im Vergleich zum Golf ausgestattet: etwa die volldigitale Instrumentierung, der je nach Ausführung 6,5 bis 8,0 Zoll große, hochauflösende Touchscreen unter Glas für Navigation und Infotainment sowie die Smartphone-Anbindung für Apple- und Android-Geräte via MirrorLink. Einzig auf eine permanente Onlineanbindung über fest eingebaute SIM-Karten verzichtet VW beim Polo derzeit noch.

Die Motorpalette beim Polo VI ist mit insgesamt neun verfügbaren Optionen breit gefächert. Zum Verkaufsstart stehen allerdings zunächst nur die drei kleinen 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner mit 48 kW/65 PS, 55 kW/75 PS und 70 kW/95 PS zur Verfügung, wobei das stärkste Aggregat dieses Trios seinen Leistungsschub der Turboatmung verdankt.