Ich fliege für drei Wochen in den Urlaub und lasse mein Auto vor unserem Haus im Wohngebiet stehen. Dort gibt es keine ausgewiesene Anwohnerparkzone mit Anwohnerausweis. Ist es erlaubt, dass der Wagen dort für so lange Zeit unbewegt steht? Oder muss ich einen Bekannten bitten, regelmäßig – wenn ja, wie oft – den Pkw umzuparken?, möchte ZEIT-ONLINE-Leser Matthias Langner wissen.

Wer sich lange Autofahrten in den Urlaub und die Frage "Wann sind wir endlich da?" ersparen möchte, wählt ein anderes Verkehrsmittel als den eigenen Wagen. Nur: Wo bleibt der dann solang? In Großstädten stehen viele Autos dicht hintereinander geparkt am Straßenrand. Mancher Besitzer sorgt sich dann am fernen Sandstrand um sein Fahrzeug, besonders wenn beunruhigende Nachrichten, etwa von unvorhergesehenen Baustellen, aus der eigenen Stadt eintreffen. Auch Kurzmitteilungen von Nachbarn über ein kurzfristig eingerichtetes Halteverbot, etwa weil ein Umzug ansteht, kann den Stresspegel von Urlaubern heben.

"Es besteht keine Pflicht, Fahrzeuge regelmäßig umzuparken", sagt Gesine Reisert. Die Fachanwältin für Verkehrsrecht aus Berlin empfiehlt aber, einem Bekannten einen Schlüssel für das Fahrzeug zu übergeben und ihn zu bitten, hin und wieder nach dem Wagen zu sehen. Denn wenn beispielsweise ein Halteverbotsschild aufgestellt wird, muss das Fahrzeug innerhalb der angekündigten Frist umgestellt werden – geschieht das nicht, wird das Fahrzeug kostenpflichtig abgeschleppt.

Die Rechtsanwältin nennt noch einen weiteren Grund, weshalb der Wagen nicht wochenlang auf der Straße stehen sollte, ohne dass jemand danach sieht: "Es könnte auch vom Fahrzeug selbst irgendeine Gefahr ausgehen, etwa auslaufendes Öl oder andere Beeinträchtigungen", sagt Reisert. Dann müsste diese Gefahr umgehend beseitigt werden. Kümmert sich niemand um dieses Problem, übernehmen das die Ordnungsbehörden. "Das kann teuer werden. Die Kosten werden später per Bescheid geltend gemacht", so Reisert.

Deshalb empfiehlt die Juristin eine pragmatische Lösung. "Im Rahmen einer Nachbarschaftshilfe sollte man sich am besten gegenseitig helfen. Die Nachbarn sind ohnehin vor Ort und können leicht sehen, ob Halteverbotsschilder aufgestellt worden sind oder irgendetwas am Fahrzeug nicht stimmt."