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16,91 Kilometer fuhren Deutsche 2016 durchschnittlich zur Arbeit. Nach Angaben des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) waren es 1999 noch 14,6 Kilometer gewesen. Die Zahl der Pendler erhöhte sich auf 18,4 Millionen.

Experten vermuten, dass immer mehr Arbeitnehmer pendeln, weil sie sich die Mieten in den Städten nicht mehr leisten können. Die Stadt mit den meisten Arbeitnehmern, die von außerhalb anfahren, ist dem BBSR zufolge München mit 365.000. Das sind 21 Prozent mehr als im Jahr 2000. Auf dem zweiten Platz steht Frankfurt am Main mit 348.000 Einpendlern. Am stärksten wächst die Zahl der Pendler in Berlin. Von 2000 bis 2015 nahm sie um 53 Prozent auf 274.000 zu.

Dass immer mehr Menschen pendeln, sorgt für mehr Staus und Gedränge in Bussen und Bahnen. "Der Flächenverbrauch und die Verkehrsbelastung steigen", sagte der damalige BBSR-Direktor Harald Herrmann. "Deshalb ist es wichtig, dass die Infrastruktur mit dem Wachstum Schritt hält und das Umland gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden bleibt." Laut einer Studie der Techniker Krankenkasse haben Pendler ein höheres Risiko, psychisch zu erkranken.

Pendler ist laut der Definition der Bundesagentur für Arbeit (BA) jeder, der auf dem Weg vom Arbeits- zum Berufsort die Gemeinde wechselt. Die Erhebung basiert auf Daten der BA, das aus der Meldung des Arbeitgebers und dem Wohnsitz die Pendelstrecken errechnet. Die BA erfasst jedoch nicht, wie oft ein Arbeitnehmer die Strecke fährt.