Der US-Fahrdienstvermittler Uber steht vor dem Aus in der britischen Hauptstadt. Wie die Londoner Verkehrsbehörde mitteilte, wird die Genehmigung für die mehr als 40.000 Fahrer mit Ablauf der bisherigen am 30. September nicht erneuert. Uber sei "nicht fähig und nicht geeignet", um eine Verlängerung zu erhalten.

Die Behörde nannte vor allem Sicherheitsgründe für ihre Entscheidung. Demnach zeigt Uber nicht genug Verantwortungsbewusstsein hinsichtlich der Sicherheit seiner Fahrgäste und der Öffentlichkeit. Zudem arbeite das US-Unternehmen bei ernsthaften Vergehen nicht ausreichend mit der Polizei zusammen und gewähre den Aufsichtsorganen nicht vollen Zugang zu seiner App.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan steht nach eigenen Angaben hinter der Entscheidung der Transport for London. Wer Taxidienste in der britischen Metropole anbiete, müsse sich an die Regeln halten. "Alle Unternehmen in London müssen nach den Regeln spielen und die hohen Standards einhalten, die wir erwarten – vor allem, wenn es um die Sicherheit von Kunden geht", hieß es in einer Mitteilung von Khan.

Uber-Fahrer könnten weiterfahren

Uber hat nun 21 Tage Zeit, um Widerspruch gegen die Entscheidung einzulegen. Genau dies, so kündigte der Fahrdienstleister an, werde man auch tun. Sollte Uber tatsächlich gegen den Lizenzentzug klagen, können seine vermittelten Autos zunächst weiterhin in London fahren – bis zu einer endgültigen Entscheidung der Justiz.

Das 2009 gegründete Uber aus dem kalifornischen Silicon Valley ist mittlerweile das wertvollste Start-up weltweit. Es vermittelt über Smartphone-Apps Fahrten in verschiedenen Angebots- und Preisklassen. Das Unternehmen ist in Dutzenden Ländern und Hunderten Städten aktiv und fordert mit seinem Geschäftsmodell vor allem etablierte Taxiunternehmen heraus.

In Großbritannien erlitt das Unternehmen bereits mehrere Rückschläge. Im März entschied ein Gericht, alle Fahrer müssten einen Nachweis über ausreichende Englischkenntnisse vorweisen. Im Oktober urteilte ein Gericht, dass die Fahrer als Arbeitnehmer behandelt werden müssen und ihnen Mindestlohn und Urlaubsgeld zusteht. Die Forderung der Londoner Verkehrsbehörde nach einem rund um die Uhr besetzten Call Center konnte Uber jedoch abwenden.