Seit Mittwoch fährt ein führerloser Elektrobus durch Bad Birnbach, eine kleine Ortschaft östlich von München. Die Deutsche Bahn will mit dem Pilotprojekt nach eigenen Angaben das Zeitalter des autonomen Fahrens in Deutschland einläuten. Der kleine E-Bus pendelt mit 15 Stundenkilometern zwischen dem Bahnhof, Ortszentrum und der Therme des Orts. Bis zu sechs Passagiere haben darin Platz.

Das Fahrzeug wurde von einer französischen Firma entwickelt und im Frühjahr der Öffentlichkeit vorgestellt. Er ist mit Lasersensoren und Kameras ausgestattet, aus deren Daten der Fahrtweg berechnet wird, teilte die Deutsche Bahn mit. Laufe ein Mensch auf die Fahrbahn, würde das Sicherheitssystem aktiviert und das Fahrzeug bremse sofort. Die autonomen Shuttles sollen vor allem im ländlichen Raum eingesetzt werden und künftig ihre Route den Wünschen der Fahrgäste anpassen können. Passagiere sollten dann zum Beispiel vom Bahnhof direkt bis vor die Haustür gefahren werden, so die Deutsche Bahn.

Im März hatte der Bundestag ein Gesetz verabschiedet, das auch in Serienfahrzeugen auf öffentlichen Straßen technische Systeme zulässt, die die Steuerung des Autos zumindest zeitweise übernehmen. Das ist Teil der Bestrebungen der Bundesregierung, Deutschland zum führenden Anbieter für automatisierte Fahrsysteme zu machen. Die Politik verspricht sich von autonomen Fahrzeugen weniger Unfälle und weniger Staus. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte die selbstfahrenden Autos als "die größte Mobilitätsrevolution seit der Erfindung des Automobils" bezeichnet.