Wer in Großbritannien für Uber fährt, hat Anspruch auf Urlaubsgeld, Krankengeld und den britischen Mindestlohn von derzeit 7,50 Pfund (8,50 Euro). Die Fahrer seien als Angestellte zu betrachten, stellte ein Arbeitsgericht in London fest und bestätigte damit eine Entscheidung aus dem Oktober 2016. Zwei Uber-Fahrer hatten damals Klage gegen Uber erhoben. Gegen das Urteil legte der Fahrdienstvermittler Berufung ein, diese wies das Arbeitsgericht in London nun zurück. Es wird damit gerechnet, dass das US-Unternehmen erneut Einspruch erhebt.

Einer der Kläger hatte gesagt, Uber-Fahrer seien wegen der hohen Kosten "an die Arbeit gekettet". Es gebe Fahrer, die im Auto schliefen, und welche, die 90 Stunden pro Woche führen, um dann mit einem Verdienst nach Hause zu kommen, der dem Mindestlohn entspreche. Uber dagegen argumentierte, die große Mehrheit der Fahrer wolle ihre "Freiheit" und ihr eigener Herr sein. Bei dem Unternehmen hätten sie die freie Wahl und könnten Arbeitsdauer und Arbeitszeiten selbst bestimmen.

Urteil könnte Auswirkungen für mehr als 100.000 Menschen haben

Das Urteil könnte große Auswirkungen auf die sogenannte Gig Economy haben, in der sich britische Arbeitskräfte von Arbeitsauftrag zu Arbeitsauftrag durchschlagen und dabei kaum Rechte und Absicherungen vorweisen können. In dem Sektor arbeiten in Großbritannien mehr als 100.000 Menschen. Für Uber fahren nach Unternehmensangaben allein in der britischen Hauptstadt 40.000 Fahrer, 3,5 Millionen Menschen sollen dort die Uber-App nutzen.

Uber vermittelt über Smartphone-Apps Fahrten in verschiedenen Angebots- und Preisklassen und macht vor allem etablierten Taxiunternehmen das Geschäft streitig. Das Unternehmen wurde 2009 gegründet und ist mittlerweile das wertvollste Start-up mit Beteiligungskapital.

In Großbritannien erlitt Uber allerdings mehrere Rückschläge. Im März entschied ein Gericht, alle Fahrer müssten einen Nachweis über ausreichende Englischkenntnisse vorweisen. Die Londoner Behörden hatten im September zudem angekündigt, die Taxilizenz von Uber nicht zu verlängern. Der Fahrdienst legte Widerspruch ein und darf vorerst wieder durch die Hauptstadt fahren.