An meinem VW-Bus möchte ich eine Halterung für Räder montieren. Im Radladen meinte der Verkäufer, ich bräuchte dafür auch ein extra Nummernschild, weil die Fahrräder das Kennzeichen teilweise verdecken könnten. Stimmt das? Ich habe viele andere Fahrzeuge gleichen Typs ohne extra Kennzeichen gesehen. Wie hoch wäre das mögliche Bußgeld?, will ZEIT-ONLINE-Leser Michael Lippmann wissen.

Grundsätzlich darf das Kennzeichen nicht durch Räder und Anhänger verdeckt werden, wie der Verkäufer richtig anmerkte, es muss klar erkennbar sein. Was das für mögliche Zusatzkennzeichen bedeutet? "Es kommt darauf an, und zwar wie es in natura aussieht", sagt Jens Dötsch, Fachanwalt für Verkehrsrecht.

Ein selbst gebasteltes Schild dürfte die Ordnungshüter kaum überzeugen, denn es gibt genaue Regeln, wie ein Kennzeichen aussehen muss, von der Größe bis zur Schriftart ist in der Zulassungsverordnung alles klar geregelt. Wichtig außerdem: Das hintere Kennzeichen muss beleuchtet sein, auch darauf sollten Kraftfahrer achten.

Das Bußgeld für ein schlecht lesbares oder verdecktes Nummernschild schlägt zwar laut Bußgeldkatalog nur mit fünf Euro zu Buche. Doch dem Kraftfahrer könnte unterstellt werden, dass er das Kennzeichen bewusst verdeckt, um bei Kontrollen nicht identifizierbar zu sein. Dieses Verhalten wird als Straftat eingestuft, die Strafen sind dann empfindlich höher. Finden beispielsweise an einem Straßenabschnitt Geschwindigkeitskontrollen statt und liefert das Foto kein eindeutiges Ergebnis, kann das problematisch werden.

"Ich wäre daher vorsichtig, denn wenn mein Wagen bei einer Kontrolle geblitzt wird und das Kennzeichen nicht lesbar sein sollte, könnte die Staatsanwaltschaft von Vorsatz ausgehen und es als Straftat einstufen", sagt Dötsch. Das gelte insbesondere, wenn der Fahrer bereits Eintragungen im Flensburger Register habe.

Damit die Freude an einem Ausflug mit den Fahrrädern nicht getrübt wird, lohnt sich also der Weg zur Zulassungsstelle.