Um die strengen Klimaziele einzuhalten, sind Autos mit Elektroantrieb notwendig. Während jedoch fast alle der heute erhältlichen E-Autos ihren Strom in schweren Akkus speichern, die verhältnismäßig lange aufgeladen werden müssen, sind Brennstoffzellenfahrzeuge anders. Sie haben ihr eigenes kleines Stromkraftwerk immer dabei und können zudem binnen Minuten auftanken.

Trotz vieler Ankündigungen sind jedoch erst wenige Autos mit dieser Technik auf der Straße: etwa die Business-Limousine Toyota Mirai (78.600 Euro) oder der Hyundai ix35 Fuel Cell (65.450 Euro), die es in Deutschland zu kaufen und leasen gibt. Honda verkauft zudem in Japan und Amerika ein Brennstoffzellenfahrzeug in Serie.

Im kommenden Jahr will nun auch Mercedes einen Brennstoffzellenstromer auf den Markt bringen. Das Wasserstoffauto auf Basis des Mittelklasse-SUV GLC soll als erstes derartiges Modell als Plug-in-Hybrid ausgelegt sein. So will Daimler auch das Problem des sehr spärlichen Tankstellennetzes abfedern.

Wasser statt schädlicher Abgase

Nur 35 Wasserstofftankstellen gibt es derzeit in Deutschland, für eine großflächige Versorgung ist das viel zu wenig. Der GLC hat deshalb für Kurzstrecken einen kleinen, an der Steckdose aufladbaren Akku an Bord, aus dem das SUV Strom für bis zu 49 Kilometer Reichweite ziehen kann. Als Notreserve sozusagen. Die Langstrecke bestreitet der Wagen aus zwei Tanks mit 4,4 Kilogramm Wasserstoff, aus dem Energie für knapp 440 Kilometer produziert wird – an Bord, versteht sich.

Mit einem kleinen Kraftwerk ausgestattet, das unterwegs eigenen Strom erzeugt, gilt das Brennstoffzellenfahrzeug als Zukunftslösung. Statt den Akku lange aufladen zu müssen, kann man den benötigten Wasserstoff ähnlich schnell und unkompliziert tanken wie Diesel oder Benzin. Und bei der sogenannten kalten Verbrennung – der Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff in der Brennstoffzelle – entsteht neben dem Strom für den Antrieb als Abfallprodukt statt schädlicher Abgase lediglich Wasser. Das tropft anschließend aus dem Auspuff.

Tankdauer: drei Minuten

Äußerlich unterscheidet sich die Brennstoffzellenvariante des GLC kaum von den konventionellen Modellen. Auch, weil das Stromkraftwerk so klein ausfällt, dass es in den Raum unter der Motorhaube passt: Es ist 30 Prozent kompakter als bisher und wird wie ein konventioneller Motor an den bekannten Aufhängungspunkten montiert. Den Einsatz von Platin in der Brennstoffzelle hat Mercedes nach eigenen Angaben um 90 Prozent reduziert.

Im Heck des SUV sind der 200 PS starke Elektromotor mit einem Drehmoment von 350 Newtonmetern sowie die Lithium-Ionen-Batterie mit 13,9 kWh Kapazität untergebracht. Letztere kann in rund anderthalb Stunden extern aufgeladen werden. Das Auffüllen der beiden karbonfaserummantelten Tanks im Fahrzeugboden geht deutlich schneller: Innerhalb von drei Minuten sind sie aufgetankt.