Die US-Fluggesellschaft United Airlines fliegt die indische Hauptstadt Neu-Delhi vorübergehend nicht mehr an, weil die Luft dort so verschmutzt ist. Die Maßnahme gelte zunächst bis Montag, hieß es auf der Webseite des Unternehmens. Betroffene Fluggäste können kostenlos umbuchen.

Die ohnehin sehr hohe Luftverschmutzung in der 17-Millionen-Metropole hatte sich in den vergangenen Tagen deutlich verschlimmert. Die durchschnittliche Feinstaubkonzentration lag nach offiziellen Angaben mehr als 45 Mal über den Höchstwerten, die laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jahresdurchschnitt noch unbedenklich für die Gesundheit sind. Ein Grund für die Verschlechterung ist, dass Bauern in der Region Ernterückstände auf den Feldern verbrennen.

Neu-Delhis Regierungschef Arvind Kejriwal schrieb auf Twitter, die Stadt sei "zu einer Gaskammer geworden". Die Situation wiederhole sich jährlich zu dieser Jahreszeit. Man müsse eine Lösung für das Abbrennen von Ernterückständen in den Nachbarbundesstaaten finden, schrieb Kejriwal weiter in seiner Mitteilung in dem Kurznachrichtendienst.

Um die Smogbelastung zu verringern, haben die Behörden in Neu-Delhi Notmaßnahmen beschlossen. Demnach werden auf unbestimmte Zeit alle Bauarbeiten gestoppt. Lastwagen dürfen nur noch in die Stadt fahren, wenn sie essentielle Güter transportieren. Bereits am Mittwoch hatten die Behörden alle Schulen bis Sonntag geschlossen.

Laut einer aktuellen Studie starben im Jahr 2015 weltweit neun Millionen Menschen an den Folgen von Umweltverschmutzung. Allein 6,5 Millionen Todesfälle stehen in Zusammenhang mit der Luftverschmutzung. In Indien starben laut der Studie 2015 insgesamt 2,5 Millionen Menschen durch Umweltverschmutzung.