Die meisten Oldtimer, mögen sie noch so schick sein, sind nach heutigen Umweltvorschriften Dreckschleudern. Da bereits heute über Fahrverbote für deutlich modernere Autos diskutiert wird, scheint es gut möglich, dass in einigen Jahren so mancher Stinker aus dem Verkehr verbannt wird. Für Oldtimer-Freunde allerdings wären strengere Abgasvorschriften, die keine Ausnahmen mehr dulden, ein herber Schlag.

Doch es gibt Hoffnung: Denn im Prinzip lässt sich jeder Oldtimer nachträglich zum Null-Emissions-Wagen umrüsten – wenn der Besitzer das denn will. Und über recht ansehnliche Ersparnisse verfügt.

Die Spezialisten der Klassik-Abteilung von Jaguar beispielsweise haben im Sommer 2017 einen E-Type aus dem Jahr 1968 modernisiert. Ein 300 PS starker Elektromotor, der von einer Lithium-Ionen-Batterie versorgt wird, sitzt an der gleichen Stelle, wo einst die Zylinder eingebaut waren. Gegenüber dem Original wurden nur das Armaturenbrett mit modernen Instrumenten und die Scheinwerfer (jetzt LED-Technik) verändert.

Umbauzeit: gut eine Woche

Mit dem unverkäuflichen Einzelstück will Jaguar zeigen, wie auch Oldtimer sauber fahren können – ohne den Fahrspaß zu schmälern: Der umgebaute Wagen wiegt deutlich weniger als zuvor und beschleunigt mit 5,5 Sekunden für 100 km/h eine glatte Sekunde schneller. Ebenfalls ein Fortschritt: Die Mitnahme von Ölkanistern erübrigt sich. Denn der Originalmotor des E-Type ist bei Sammlern für seinen massiven Schmiermittelkonsum berüchtigt. Und wem das saubere E-Aggregat letztlich doch nicht gefällt, kann man alles wieder rückgängig machen. Umbauzeit: gut eine Woche.

Der Elektroauto-Leasingspezialist Electrify hat vor einiger Zeit den Umbau von 25 VW Käfer Cabriolets in Auftrag gegeben. Im Sommer wurde ein erster E-Käfer in den Dienst gestellt. Auf den ersten Blick sieht das VW-Caprio, Baujahr 1971, wie ein liebevoll restauriertes Original aus. Auffällig anders sind lediglich die wuchtigen Seitenschweller. Sie sollen den zusätzlich eingezogenen Boden kaschieren, der die große Traktionsbatterie beherbergt. Dieser fast 300 Kilogramm schwere Lithium-Phosphat-Akku erlaubt dank 22 Kilowattstunden rund 150 Kilometer Reichweite.

100.000 Euro für einen E-Käfer

Angetrieben wird das Cabriolet von einer 136 PS starken E-Maschine im Heck. Maximal ist damit eine Geschwindigkeit von etwa 150 km/h möglich. Rund 100.000 Euro kostet die Modernisierung, dabei wird der Retrokäfer zusätzlich mit neuen Scheinwerfern mit LED-Tagfahrlicht, Navi und Leder aufgewertet.