Zwischen 1995 und 2015 verringerte sich der durchschnittliche Spritverbrauch eines Autos in Deutschland von 8,8 auf 7,3 Liter je 100 Kilometer. Das ist immerhin ein knappes Fünftel – doch in den meisten Fällen lässt sich, zumindest prozentual, noch deutlich mehr sparen. Die Verbraucherzentrale beziffert die mögliche Ersparnis durch kluges Fahrverhalten auf bis zu 30 Prozent; im Winter ist das sogar noch leichter als im Sommer.

ZEIT ONLINE hat daher von ADAC, Verkehrsministerien und Verbraucherschützern sieben Tipps für einen möglichst geringen Spritverbrauch zusammengetragen. Denn der größte Faktor sitzt noch immer hinter dem Steuer.

Fahrweise

Die individuelle Fahrweise hat den größten Einfluss auf den Verbrauch. Das spritmäßig ideale Verhalten sieht ungefähr so aus: starten ohne Gaspedalbetätigung, flott beschleunigen, die Gänge rasch hochschalten und dann mit niedrigen Drehzahlen möglichst gleichmäßig im Verkehr mitschwimmen. Manche Gänge können auch übersprungen werden, etwa gleich vom dritten in den fünften schalten. Allein die richtige Gangwahl bringt Einsparungen von 10 bis 20 Prozent.

Auch bei Automatikgetrieben, wo die Motoren elektronisch geregelt die Gänge wechseln, kann der Fahrer den Verbrauch beeinflussen – mittels des Gaspedals. Wird es ganz durchgedrückt, schaltet das Getriebe spät und der Verbrauch ist hoch. Wird weniger Gas gegeben, werden die Gänge schon bei niedrigeren Drehzahlen hochgeschaltet. Das mindert den Verbrauch. Bei Fahrzeugen mit unterschiedlichen Fahrmodi verbrennt der sportlichste Modi den meisten Sprit, im Eco-Modus ist es – dem Namen entsprechend – deutlich weniger.

Startphase

Warmlaufenlassen bringt nicht wirklich etwas, denn im Stand kommt der Motor kaum auf Temperatur. Der Nutzen ist gering, der Spritverbrauch hoch und die Prozedur verboten. Das drohende Verwarnungsgeld von zehn Euro ist allerdings ziemlich bescheiden. In der Kaltstartphase schlucken Motoren bis zu 50 Liter auf 100 Kilometer, echte Spritfresser sind daher Kurzstrecken. Schnell mal um die Ecke zum Bäcker laufen ist günstiger und gesund. Beschleunigen – Bremsen – Beschleunigen – Bremsen: Bei solcher Fahrweise wird Energie vernichtet, selbst wenn ein Fahrzeug über eine Energierückgewinnung der Bremsanlage verfügt. Denn nur ein Teil der vergeudeten Energie kommt wieder im Motor an. Vorausschauendes Fahren macht nicht nur weniger Stress und Unfälle, es senkt auch den Spritverbrauch.

Leerlauf

Auch wenn das Auto nicht fährt, verbraucht es Sprit. Einen halben bis einen Liter pro Stunde. Moderne Autos haben häufig eine Start-Stopp-Automatik. In dem Fall schaltet ein elektronisches System den Motor automatisch aus, wenn das Auto steht, der Leerlauf eingelegt und das Kupplungspedal gelöst wird. Wird die Kupplung gedrückt, startet der Motor ebenfalls automatisch. Bei Fahrzeugen mit Automatikgetrieben wird der Motor automatisch ausgeschaltet, sobald das Auto bei gedrückter Bremse zum Stehen kommt. Geht man von der Bremse, springt der Motor an.

Fahrer ohne diese Automatik sollten im Stau oder an der roten Ampel den Motor von Hand ausschalten. Das lohnt sich, denn die Start-Stopp-Automatik wurde entwickelt, um Sprit zu sparen. Ob nun mechanisch oder automatisch: Die zusätzliche Belastung für Anlasser und Batterie ist bei warmem Motor vernachlässigbar gering.