Der Autobauer BMW hat zurückgewiesen, Dieselwerte seiner Autos manipuliert zu haben. BMW-Fahrzeuge entsprächen grundsätzlich "den jeweils gültigen gesetzlichen Vorschriften", teilte der Konzern mit. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hatte zuvor BMW im Tagesspiegel vorgeworfen, bei Abgastests illegale Abschalteinrichtungen verwendet zu haben.

Die Organisation habe 2017 insgesamt fünf BMW-Modelle im Normalbetrieb überprüft und dabei deutlich höhere Abgaswerte festgestellt als im Testbetrieb. "Die vorliegenden Messergebnisse sind sehr klare Indizien dafür, dass hier Abschalteinrichtungen in der Motorsteuersoftware vorhanden sind", sagte der DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch dem Tagesspiegel.

Laut BMW haben vergleichbare Fahrzeugtypen zahlreiche weltweit behördlich durchgeführte Nachprüfungen 2016 mit sehr guten Ergebnissen bestanden. Der Straßentest der Umwelthilfe sei nicht aussagekräftig. Um valide Vergleiche anstellen zu können, seien deutlich längere Streckenabschnitte sowie eindeutig bestimmbare Randbedingungen nötig.

Sollte sich der Verdacht bestätigen, weitet sich der Dieselskandal auf einen weiteren deutschen Autobauer aus. Bisher wird gegen VW, Porsche, Audi und Daimler ermittelt, weil sie jahrelang bei ihren Dieselfahrzeugen geschummelt haben sollen: Software sorgte demnach dafür, dass Grenzwerte für Abgase nur auf dem Prüfstand, nicht aber auf der Straße eingehalten werden. Der Skandal war Ende 2015 durch die US-Umweltbehörde aufgedeckt worden.