Nach Bekanntwerden des umstrittenen Dieselabgastests mit Affen hat Volkswagen angekündigt, auf Tierversuche zu verzichten. "Wir wollen Tierversuche für die Zukunft absolut ausschließen. Damit so etwas nicht noch einmal passiert", sagte der VW-Generalbevollmächtigte Thomas Steg der Bild-Zeitung. VW lasse prüfen, was nach den Versuchen mit den Affen geschehen sei, in welchem Zustand sie übergeben wurden und wie es ihnen heute gehe. Zuvor hatte auch VW-Konzernchef Matthias Müller die Versuche als inakzeptabel bezeichnet.

Die umstrittenen Tests sollen auch Thema im Bundestag werden. Die Grünen beantragten für diese Woche eine Aktuelle Stunde im Parlament. "Wir fordern die Bundesregierung auf, klar zu sagen, ob sie bereits von den zwielichtigen Methoden der Autoindustrie wusste und inwieweit diese sogar aus öffentlichen Geldern finanziert wurden", sagte Fraktionsgeschäftsführerin Britta Haßelmann. Sie warf den Autobauern vor, mit angeblich wissenschaftlichen Tierexperimenten und Tests an Menschen die Gefahr von Stickoxiden zu verharmlosen.

Offenbar waren die Tierversuche schon seit einiger Zeit in der Politik bekannt. Helmut Greim, Toxikologe und Forschungsbeirat der Lobbyorganisation Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor (EUGT), war im Bundestag als Sachverständiger im Abgas-Untersuchungsausschuss geladen. Dort bestritt er, dass Stickstoffdioxid übermäßig schädlich sei. Laut dem Sitzungsprotokoll aus dem September 2016, das dem Handelsblatt vorliegt, soll Greim seine Argumentation auf Tierversuchen begründet haben: "Das ist unsere Information aus Tierversuchen", soll er demnach gesagt haben.

Die Autoindustrie hatte Wissenschaftler eingespannt, um mit der von BMW, Daimler und VW betriebenen EUGT Gesundheitsgefahren von Dieselabgasen zu verharmlosen. Nachdem 2015 aufgeflogen war, dass VW bei Dieselfahrzeugen Messergebnisse manipuliert hatte, erklärten drei der sieben Mitglieder des Forschungsbeirates nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR ihren Rücktritt.