Die Bundesregierung steht unter Druck: Wegen der starken Luftverschmutzung in den Städten droht zum einen ein Gerichtsverfahren vor dem Europäischen Gerichtshof, weil EU-Obergrenzen für Schadstoffe nicht eingehalten werden. Zum anderen könnte kommende Woche das Bundesverwaltungsgericht großflächige Fahrverbote in Städten zulassen.

Darum tritt der Bund nun die Flucht nach vorn an. Er will in fünf Städten kostenlosen Nahverkehr (ÖPNV) ausprobieren. Die Idee: Kosten Bus- und Bahnfahrten kein Geld mehr, lassen mehr Menschen ihr Auto stehen – und damit verbessert sich die Luft in den Innenstädten. Allerdings würde damit auch die Zahl der Mitfahrenden steigen. Das Angebot müsste also ausgebaut werden, um den Zuwachs verkraften zu können.

Umsonst ist der ÖPNV ohnehin nicht zu haben. Wäre er für die Nutzerinnen und Nutzer kostenlos, müsste der Nahverkehr komplett durch Steuereinnahmen finanziert werden – heute wird er zumindest zu etwa der Hälfte durch die Fahrscheinerlöse gedeckt.

Kritiker bezweifeln aber, dass ein kostenloser Nahverkehr wirklich zu einem vermehrten Umstieg auf Bus und Bahn führt. Dass Autofahrer lieber mit ihrem Auto unterwegs sind und nicht in einem öffentlichen Verkehrsmittel, liegt nicht allein am Ticketpreis.

Darum möchten wir gern von Ihnen wissen: Wie müsste der öffentliche Nahverkehr aussehen, damit Sie vom Auto in die S-Bahn, den Bus oder die Tram wechseln? Und ist die Idee, die Fahrten mit Bus und Bahn kostenlos anzubieten, dafür der richtige Weg? Beschreiben Sie uns Ihre Wunschvorstellung eines gut funktionierenden ÖPNV unten in den Kommentaren!