Der E-Autohersteller Tesla hat Ärger mit der für Verkehrsaufsicht zuständigen Behörde in den USA. Das National Transportation Safety Board (NTSB) wirft der Firma vor, im Rahmen der Ermittlungen zu einem tödlichen Unfall unerlaubt Informationen an die Öffentlichkeit gegeben zu haben – noch bevor die Angaben vom NTSB geprüft und bestätigt wurden. Man habe deshalb beschlossen, keine Informationen mehr mit Tesla zu teilen und die Firma von den Untersuchungen auszuschließen.

Tesla: Schuld ist der Fahrer

Mitte März war ein Model X von Tesla auf einer Autobahn im kalifornischen Silicon Valley gegen eine Betonplanke geprallt. Der Wagen fing Feuer, der Fahrer, ein 38-jähriger Softwareingenieur des Apple-Konzerns, starb. In dem Fahrzeug war zum Zeitpunkt des Unfalls das halbautonome Fahrassistenzsystem eingeschaltet. Nach Angaben von Tesla lässt dieser Autopilot den Wagen das Tempo halten, ermöglicht Spurwechsel und automatisches Parken. Gleichwohl müssten Fahrer weiter aufs Verkehrsgeschehen achten und die Hände am Steuer behalten, um gegebenenfalls die Kontrolle zu übernehmen.

Kurz nach dem Unfall veröffentlichte Tesla die Ergebnisse einer internen Untersuchung und propagierte als einzige Erklärung für den tödlichen Zwischenfall ein Versagen des Fahrers. Dieser habe mehrere visuelle Hinweise und eine akustische Warnung bekommen. Hätte er darauf reagiert, so die Erklärung von Tesla, dann hätte er etwa fünf Sekunden Zeit gehabt, um einzugreifen. Seine Hände seien vor der Kollision jedoch sechs Sekunden lang nicht auf dem Lenkrad gewesen. 

Behörde: Spekulationen vermeiden

Kurz nach der Stellungnahme von Tesla sagte ein Sprecher von NTSB, die Behörde sei "unglücklich" über die Preisgabe der Information. So etwas führe häufig zu "Spekulationen und falschen Annahmen".

Tesla hingegen nannte das Abkommen mit der Behörde "inakzeptabel", da es für mehr als ein Jahr untersage, Informationen zum Fahrassistenten zu veröffentlichen. Später veröffentlichte die Firma von Tech-Milliardär Elon Musk eine weitere Stellungnahme und warf dem NTSB Geltungssucht vor. Den Ermittlern gehe es mehr um "Presseschlagzeilen" als um die Förderung der Sicherheit. Die Behörde habe selbst wiederholt unvollständige Informationen an die Medien durchgestochen und damit ihre eigenen Regeln verletzt. "Wir werden eine offizielle Beschwerde beim Kongress einreichen", kündigte Tesla an.