Das Unternehmen Uber hat seine selbstfahrenden Testautos nach einem Unfall vorsichtshalber von der Straße genommen. Das bestätigte eine Uber-Sprecherin. An dem Zusammenstoß sei nicht der Wagen des Fahrdienstvermittlers, sondern der Fahrer des anderen Autos schuld gewesen, sagte eine Sprecherin der Polizei in Tempe im US-Bundesstaat Arizona. Dieser habe die Vorfahrt genommen, es sei aber niemand ernsthaft verletzt worden.  

Uber machte zunächst keine Angaben dazu, ob der Wagen zum Zeitpunkt des Unfalls von der Software oder vom Menschen am Lenkrad gesteuert wurde. Das selbstfahrende Fahrzeug kippte nach der Kollision auf die Seite. Ein Passagier war dem Unternehmen zufolge nicht an Bord.   

Um Ubers Roboterwagenprogramm waren zuletzt mehrere Kontroversen entbrannt. Der Chef von Ubers Roboterwagenentwicklung, Anthony Levandowski, startete im Dezember Testfahrten in der Uber-Heimatstadt San Francisco, ohne eine Erlaubnis für selbstfahrende Fahrzeuge zu beantragen.     

Nachdem Uber sich weigerte, eine solche Lizenz zu beantragen, annullierte Kalifornien die Kennzeichen der Autos. Uber musste nach Arizona ausweichen. Inzwischen beantragte der Fahrzeugvermittler die Erlaubnis für Kalifornien. Levandowski hatte Ende Februar gesagt, dass rund ein Dutzend selbstfahrende Autos der Firma auf der Straße seien.

Uber steht zudem wegen einer Klage des Konkurrenten Waymo unter Druck, dernach die Wagen des Fahrzeugvermittlers mit gestohlener Technologie der Google-Roboterwagen unterwegs seien. Levandowski, ehemals langjähriger und führender Technikentwickler bei Google, habe bei seinem Abgang bei dem Internetkonzern Dateien mit Geschäftsgeheimnissen heruntergeladen, heißt es. 

Das Unternehmen hatte außerdem Ärger, nachdem sich Zehntausende Nutzer aus Protest gegen Uber-Chef Travis Kalanick vom Anbieter abwandten. Kalanick war in die Wirtschaftsberatergruppe von US-Präsident Donald Trump berufen worden. Nach den Protesten verließ er das Gremium.

Der Uber-Chef lässt derzeit außerdem Vorwürfe der sexuellen Belästigung in seinem Unternehmen prüfen. Auch die Arbeitsbedingungen für die Fahrer stehen in der Kritik.