Frankfurt/Mai (dpa) - Der Dax hat am Freitag seine Verluste im Handelsverlauf wettgemacht. Laut Börsianern stützten positiv aufgenommene Geschäftsberichte des Halbleiter-Konzerns Intel und der US-Großbank JPMorgan Chase sowie die moderat freundlichen US-Börsen.

Allerdings habe die erneut gestraffte chinesische Geldpolitik etwas gebremst. Zum Schluss stand der deutsche Leitindex minimale 0,01 Prozent im Plus bei 7075,70 Punkten und damit nur 12 Punkte unter seinem Dezember-Hoch. Auf Wochensicht legte er um 1,84 Prozent zu. Der MDax der mittelgroßen Werte verabschiedete sich mit einem Tagesgewinn von 0,09 Prozent bei 10 301,05 Punkten aus dem Handel. Lediglich der TecDax verlor 0,14 Prozent auf 879,80 Punkte.

Die Anteilsscheine von ThyssenKrupp büßten am Dax-Ende 3,20 Prozent auf 30,70 Euro ein. Sie litten darunter, dass Finanzvorstand Alan Hippe den Stahlkonzern Ende März auf eigenen Wunsch verlassen wird. Am Markt wurde über einen Wechsel zum Autokonzern Daimler spekuliert, was dieser jedoch prompt dementierte. Die Autoaktie gewann 1,78 Prozent auf 55,95 Euro.

Der Kali- und Salzhersteller K+S rechnet wegen einer Beschädigung der Schachtfördereinrichtung im Kaliwerk Sigmundshall mit Produktionseinbußen, was zu Kursverlusten von 1,77 Prozent auf 55,50 Euro führte.

Im MDax sorgten Übernahmegerüchte beim Kranbauer Demag Cranes für Kursgewinne von 1,58 Prozent auf 38,50 Euro. Dass der US-Konkurrent Terex 45 Euro je Demag-Aktie bieten könnte, klinge aber wie ein «typisches Freitags-Gerücht» meinte ein Händler. Die Amerikaner waren schon vergangenes Jahr als Übernahmeinteressent gehandelt worden.

Eine erneute Rekordbilanz des weltgrößten Chipherstellers Intel gab Aktien aus dem Technologie-Sektor Auftrieb. Zudem überzeugte auch Intels Ausblick auf das erste Quartal die Marktteilnehmer. Das Papier des Halbleiterkonzerns Infineon stieg um 1,55 Prozent auf 7,340 Euro. An der TecDax-Spitze rückten die Anteilsscheine des Schaltkreis- Herstellers Dialog Semiconductor um 2,51 Prozent auf 18,80 Euro vor.

Dagegen ließ die überraschende Zahlenvorlage von Drägerwerk die Aktien um 3,05 Prozent auf 61,700 Euro absacken. Der Medizin- und Sicherheitstechnik-Hersteller hat 2010 dank hoher Nachfrage und eines Sparprogramms zwar deutlich mehr umgesetzt und verdient als vor einem Jahr. 2011 werde das Tempo beim Umsatzwachstum allerdings nicht anhalten und der operative Gewinn könnte sinken, warnte das Unternehmen.