Wengen (dpa) - Mit seiner Siegfahrt ließ der Kroate Ivica Kostelic seine Schwester Janica im Zielraum vor Freude hüpfen - Stephan Keppler nahm das Slalom-Aus gelassen. Nach Platz 7 in der Abfahrt schied der Skirennfahrer aus Ebingen beim entscheidenden Torlauf im schweizerischen Wengen früh aus.

Aber die Super-Kombination war für ihn ohnehin nur eine Vorbereitung auf die Lauberhorn-Abfahrt am Samstag. «Es ging darum, mit Blick auf die Abfahrt anständig zu fahren», sagte der 27-Jährige, der auf einen Top-10-Rang bei der mit knapp 4,5 Kilometern längsten Schussfahrt des Winters hofft. «Aber das wird auch eine Startnummer-Geschichte», sagte der Zweite vom Super-G in Gröden mit Blick auf die frühlingshaften Temperaturen.

Keppler will in der Abfahrt überzeugen, Felix Neureuther hofft auf einen guten Slalom am Sonntag. Warmes Wetter erwartet auch die deutschen Damen um Maria Riesch, die in Maribor bei Riesenslalom und Slalom um die Siege mitfahren wollen.

Kostelic zeigte indes weiter seine herausragende Form in diesem Jahr: Siege in München und Adelboden, Platz zwei in Zagreb, dazu noch ein fünfter Rang in Adelboden - der Olympia-Zweite aus dem Slalom von Vancouver baute seine Führung an der Spitze des Weltcup-Klassements aus. «Er fährt zwar nicht in einer eigenen Liga, aber es ist schon unglaublich, wie er Slalom fährt», meinte Keppler. Kostelic schwimmt seit dem Erfolg in München auf «einer guten Welle». Mit seinem 14. Weltcup-Sieg vor Carlo Janka (Schweiz) und Aksel Lund Svindal (Norwegen) baute Kostelic (604 Punkte) die Führung im Gesamtweltcup auf Svindal (495) aus.

Viele Spezialabfahrer nutzten den Wettkampf aus Abfahrt und Slalom nur zur Vorbereitung auf die Schussfahrt an diesem Samstag. Der Schweizer Didier Cuche ließ sich durch einen Spätstart disqualifizieren, der Österreicher Klaus Kröll oder der Schwede Patrik Järbyn bremsten vor der Zieldurchfahrt ab. Wie so oft wurde über den Aussagewert einer Super-Kombination diskutiert. Auch weil die Zahl derer, die ernsthaft um den Sieg fahren, klein ist.

Super-G-Weltmeister Cuche äußerte erneut seinen Unmut über das Wettkampf-Format. «Der Kalender ist so überfüllt, da muss man solche Sachen nicht mehr machen», sagte der 36-Jährige in der ARD. Er plädierte dafür, es wie in Kitzbühel zu machen: Dort werden die Ergebnisse von Weltcup-Abfahrt und Weltcup-Slalom addiert.

Einige Abfahrer traten zum Slalom trotz Qualifikation nicht mehr an. Um das zu verhindern, hatte FIS-Renndirektor Günter Hujara bei der Mannschaftsführersitzung den Vorschlag gemacht, dass Skirennfahrer, die den Kombi-Slalom auslassen, nicht mehr an der Spezialabfahrt teilnehmen dürften.