Schleusingen (dpa) - Drei 290 Millionen Jahre alte Skelette von Haien sind das Fossil des Jahres 2011. Die versteinerten Tiere aus dem Perm sind auf einer drei Meter hohen Gesteinsplatte zu sehen.

«Drei Hai-Skelette vereint» heißt daher das Stück, das die Paläontologische Gesellschaft der deutschsprachigen Länder im thüringischen Schleusingen am Freitag präsentierte. Es zeigt zwei erwachsene und einen jugendlichen Süßwasser-Hai. Sie wurden 2007 nahe Kaiserslautern (Rheinland-Pfalz) in etwa 30 Einzelplatten ausgegraben und anderthalb Jahre am Naturhistorischen Museum in Schleusingen präpariert.

Dort werden sie als Dauerleihgabe des Landes Rheinland-Pfalz im Schloss Bertholdsburg zusammen mit weiteren Hai-Skeletten und Modellen zu sehen sein.

Die Gesteinsplatte - von einem Team um Arnulf und Harald Stapf vom Paläontologischen Museum Nierstein ausgegraben - ist nach Expertenangaben weltweit einmalig und unterstreiche den hohen Stellenwert deutscher Fossil-Lagerstätten. Sie zeigt zwei geschlechtsreife männliche Tiere, bei denen die Begattungsorgane erhalten sind, die ähnlich wie die heutiger Haie aussehen. Ein Hai ist 2,15 Meter lang. Vom jungen Hai ist der vordere Teil zu sehen.

Die ursprünglich dunklere, verkalkte Knorpelsubstanz der fossilen Haie mit dem wissenschaftlichen Namen Orthacanthus (Lebachacanthus) senckenbergianus hat sich infolge hoher Temperaturen weiß gefärbt. Sie bildet sich damit kontrastreich auf dem dunkelgrauen Gestein ab. Auch Reste eines Stachelfisches und eines Schmelzschuppenfisches wurden verewigt.

Seit 2008 kürt die Paläontologische Gesellschaft das Fossil des Jahres. Im vergangenen Jahr war es ein Riesen-Schachtelhalm aus dem «versteinerten Wald» von Chemnitz.