Ruhpolding (dpa) - Schnell gelaufen, aber im Stehen nicht gut genug getroffen: Die deutschen Biathleten haben sich beim Heim- Weltcup in Ruhpolding im Sprintrennen selbst vom Podest geschossen.

Als Siebter war Michael Greis beim Sieg des ehemaligen Langlauf-Weltmeisters Lars Berger aus Norwegen vor den mit dem Gewehr ebenfalls fehlerfrei gebliebenen Franzosen Martin Fourcade und dem Russen Iwan Tscherezow einmal mehr bester deutscher Skijäger. «Läuferisch waren wir super drauf. Auch das Liegendschießen war tadellos. Aber das Stehendschießen war nicht unser Freund», sagte Bundestrainer Mark Kirchner.

«Ich bin auf Risiko gegangen», sagte Greis, der unbedingt seinen ersten Saisonsieg und mit dem Gewehr Boden gut machen wollte. Doch der Schuss ging nach hinten los. «Wir haben uns im Stehendschießen das Rennen vermasselt. Da war irgendwie der Wurm drin», klagte Arnd Peiffer, der auf Rang 13 kam. Als Zwölfter schaffte Daniel Böhm, neben Peiffer der zweite Niedersachse im Biathlon-Team, die halbe WM-Norm. «Ich bin superzufrieden», sagte Böhm.

Vor dem Sprint-Wettkampf der Damen am Samstag hat Andrea Henkel zwei Wünsche: «Dass es am Schießstand weiter so gut läuft und ich die Abfahrt heil runterkomme», verriet die derzeit stärkste deutsche Skijägerin. Auch Magdalena Neuner will nach ihrem Sturz im Einzel-Rennen wieder angreifen.

Nach dem Dauerregen am Vortag und den schwierigen Bedingungen war es trocken geblieben. Im Liegendschießen waren die Deutschen vor 13 500 Zuschauern in der Chiemgau-Arena auf Kurs. Alexander Wolf, Greis, Peiffer und Stephan räumten die fünf Scheiben souverän ab. DOSB-Präsident Thomas Bach klatschte begeistert Beifall. Doch im Stehendschießen fehlte dann das Zielwasser. Alexander Wolf ließ sogar vier Scheiben stehen. «Ich weiß auch nicht, was los war», sagte Wolf, der stehend eigentlich sicher trifft.

Sein Teamkollege Greis hatte mit der drittbesten Laufzeit 57,1 Sekunden Rückstand auf Berger, der seinen sechsten Weltcup-Sieg feiern durfte. Für die zehn Kilometer benötigte der 31-jährige Norweger 23:55,1 Minuten. Berger, der 15-Kilometer-Langlauf- Weltmeister von 2007, war als Skijäger immer im Sprint erfolgreich gewesen. «Im Sprint muss man nicht so oft schießen. Das ist gut für mich», sagte er.

Nachdem es im Damen-Rennen viele Stürze gab und auch die zweimalige Olympiasiegerin Neuner zu Boden ging, war es bei den Männern dank der Witterungsbedingungen einfacher. Henkel forderte trotzdem eine Entschärfung der Loipen für die WM im nächsten Jahr. «Die Anstiege sind gut, aber die Abfahren sind sehr gefährlich», warnte sie. «Ich fände es gut, wenn noch etwas verändert würde.»