Mainz (dpa) - ZDF-Intendant Markus Schächter will sich im März 2012 von seinem Amt zurückziehen. Dann wird er zehn Jahre an der Spitze des Senders gestanden haben.

«Es ist meine persönliche Überzeugung und mein Amtsverständnis, dass Spitzenpositionen in Top-Unternehmen nur in klarer Befristung erfolgreich ausgeübt werden können», erklärte der 61-Jährige am Dienstag in Mainz.

Der ZDF-Intendant wird vom 77-köpfigen Fernsehrat für die Dauer von fünf Jahren in geheimer Wahl bestimmt. Schächters Amtszeit endet am 14. März 2012. Der Fernsehrat will bereits auf einer Sitzung des Erweiterten Präsidiums am kommenden Montag (31. Januar) den Fahrplan für die Nachfolgesuche aufstellen. Das kündigte der Vorsitzende, Ruprecht Polenz, an. Das Gremium wolle sich möglichst schnell über ein Wahlverfahren verständigen. Die nächste Fernsehratssitzung ist am 18. Februar.

«Zwei Amtsperioden sind in meinen Augen ein gutes Zeitmaß und zehn Jahre die richtige Zeitspanne», sagte Schächter der Mitteilung zufolge. «Danach ist es Zeit, die Führung in andere Hände zu legen.» Schächter sieht seinen Nachfolger vor großen Aufgaben: Die Folgen der zunehmenden Verschmelzung von Internet und TV erforderten tiefgreifende Entscheidungen. «Es geht um eine langfristige Perspektive, die über eine mögliche nächste Amtsperiode hinaus reicht.»

Schächter betonte, er werde im März des kommenden Jahres einen gut aufgestellten Sender übergeben. Ein gigantischer Schuldenberg sei abgebaut, mit ZDFneo habe das Haus einen erfolgreichen Eckstein für die digitale Programmfamilie gesetzt.

Polenz würdigte die Leistungen des ZDF-Intendanten. Schächter sei ein wichtiger Vordenker für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, ein erfolgreicher Medienmanager und leidenschaftlicher Programmmacher. Der Vorsitzende des ZDF-Verwaltungsrates, Kurt Beck (SPD), reagierte mit Bedauern. «Aber ich verstehe und respektiere seine Gründe, keine dritte Amtszeit anzustreben», erklärte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident.

Bei Spekulationen über einen möglichen künftigen Intendanten wurde zuletzt häufig der Name des ZDF-Programmdirektors Thomas Bellut genannt. Der 55-Jährige zählt zu den strategischen Köpfen auf dem Lerchenberg.