Düsseldorf (dpa) - Für die angeschlagene WestLB ist kein Retter im Lager der Landesbanken in Sicht. Bei der Suche nach einer Lösung für die WestLB hätten die anderen Landesbanken den «Ball» nach Nordrhein- Westfalen zurückgespielt, berichtete die «Börsen-Zeitung» am Dienstag.

In erster Linie seien jetzt die Eigentümer der Düsseldorfer Bank gefordert, verlautete laut Zeitung nach einem Treffen der Landesbank-Chefs in Frankfurt. Wegen der Brisanz des Falles könne auch weitere Unterstützung des Bundes nötig werden, der bei der WestLB bereits mit einer Stillen Einlage von drei Milliarden Euro engagiert ist. Die WestLB kommentierte den Bericht nicht.

Die WestLB muss nach EU-Auflagen für die milliardenschwere Hilfe bis Ende des Jahres mehrheitlich in neue Hände kommen. Neben einem Verkauf ist eine Landesbankenfusion möglich. Die WestLB-Eigentümer - das Land Nordrhein-Westfalen und die gut 100 Sparkassen des Landes - favorisierten eine Fusion. Die BayernLB war die einzige der sieben anderen Landesbanken, die in den vergangenen Monaten Interesse zeigte. Die Bayern zogen sich jedoch wieder zurück. Damit bekam der Verkaufsprozess mehr Gewicht. Vier Bieter dürfen derzeit in die Bücher der WestLB schauen. Bis zum 11. Februar sollen sie ihre unverbindlichen Angebote konkretisieren.

Der WestLB droht ab dem kommenden Jahr die Abwicklung, sollte weder ein Verkauf noch eine Fusion gelingen. Bis zum 15. Februar muss ein neuer Sanierungsplan bei den europäischen Wettbewerbshütern in Brüssel vorgelegt werden. Mit diesem Konzept dürfte sichtbar sein, wohin die Reise gehen soll. Zudem werden in Branchenkreisen weitere Einschnitte bei der nordrhein-westfälischen Landesbank erwartet. Vertreter der WestLB-Eigentümer und des Bundes haben mit einer Reihe von Treffen begonnen, um zu einer Lösung zu kommen. Der Aufsichtsrat der WestLB tagt an diesem Mittwoch. Dem Vernehmen nach wird er über den Stand informiert. Eine Entscheidung wird noch nicht erwartet.