Doha (dpa) - Asiens Verbandschef Mohamed Bin Hammam hat sich für eine Veränderung an der FIFA-Spitze ausgesprochen, hält aber an den umstrittenen Plänen einer Sommer-WM 2022 in Katar fest.

«Es ist immer besser für eine Organisation, frische Leute und neues Blut zu haben», erklärte der hochrangige Fußball-Funktionär aus Katar in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa am Rande des Asien Cups. Bin Hamann hält eine grundsätzliche Beschränkung der Präsidentenzeit auf acht oder zwölf Jahre für nötig. Der 74 Jahre alte Schweizer Joseph Blatter steht seit 1998 an der FIFA-Spitze und strebt am 1. Juni beim Kongress in Zürich eine vierte Amtszeit an.

Ähnlich deutlich lehnte Bin Hammam die Verlegung des Weltturniers 2022 in den Winter ab, schließt aber grundsätzliche Verschiebungen bei WM-Terminen nicht aus. «Ich halte an der Entscheidung meines Landes und des Weltverbandes FIFA fest, die WM im Juni und Juli zu organisieren», sagte Bin Hammam, der als einer der einflussreichsten Funktionäre im Weltverband FIFA gilt. Seinen größten Erfolg feierte Bin Hammam, als die FIFA-Exekutive im Dezember seinem Land Katar den Zuschlag für die WM 2022 gab.

Schon bei der Bewerbung hätten alle von den Wetter-Bedingungen gewusst, die Organisatoren versprachen entsprechende Lösungen und seien auch von den neuen Diskussionen nicht beunruhigt. «Und alle können uns von jetzt an beobachten», sagte Bin Hammam. Nur eine grundsätzliche Verlegung der Weltmeisterschaften vom Ende auf die Mitte einer Saison könnte eine Idee sein. Denn seit Jahren werde über schwache WM-Leistungen nach einer langen, kraftraubenden Saison diskutiert. «So denke ich, wäre es nicht nur eine Idee für Katar 2022», sagte Hammam. Wenn sich Ligen, Clubs, Spieler und Verbände einig würden, könnten sie nach Katar kommen und diskutieren.

Klare Position bezieht Bin Hammam auch bei den Diskussionen um einen Führungswechsel bei der FIFA. In längeren Amtszeiten sieht er eine Gefahr: «Meine Meinung ist, wenn jemand erstmals eine Position anstrebt, ist er ehrlich. Aber die Korruption startet danach. Je länger sie ein Amt ausüben, desto unwichtiger wird das Spiel in ihren Taten und ihrer täglichen Arbeit. Ihr Augenmerk ist immer darauf gerichtet: Wie kann ich länger bleiben?» Das würde nicht nur auf die FIFA zutreffen.

Blatter sei nun mehr als zwölf Jahre FIFA-Präsident. Egal ob er ernsthaft und ehrlich die Korruption bekämpfe und sich um mehr Transparent bemühe, werde er immer mit Leuten konfrontiert sein, die seine Anstrengungen anzweifeln. «Ich glaube, ein Wechsel ist dringend nötig», sagte Bin Hammam. Der 61-Jährige ließ allerdings offen, ob er selbst beim Kongress des Weltverbandes am 31. Mai und 1. Juni gegen Amtsinhaber Blatter antreten werde. Er sei gefragt worden, bestätigte Bin Hammam, «aber ich denke, ich bin nicht der einzige».