Berlin (dpa) - Das nordafrikanische Ägypten ist eine aufstrebende Wirtschaftsmacht - mit großem sozialen Gefälle. Bei der Verteilung des Reichtums gehen die meisten der mehr als 80 Millionen Einwohner leer aus.

Präsident Husni Mubarak, der seit 1981 im Amt ist, regiert das Land mit großer Machtfülle. Der Westen schätzt ihn als Vermittler im Nahost-Konflikt. Die Regierung in Kairo steht gegen radikale politische Strömungen im Nahen Osten. Ägypten war das erste arabische Land, das Israel anerkannte - die Staaten schlossen 1979 einen Friedensvertrag.

Für Menschenrechtsorganisationen stehen Mubarak und sein politisches Gefolge für Korruption, den Verzicht auf bürgerliche Freiheiten, Willkür bei Justiz und Polizei, Folter und Misshandlungen.

Das Land, das im Norden ans Mittelmeer und im Osten ans Rote Meer grenzt, besteht zu einem Großteil aus Wüste. Nur etwa vier Prozent der Fläche ist landwirtschaftlich nutzbar. Lebensader ist der Nil. Neun von zehn Einwohnern sind Muslime, zwischen sechs und zehn Prozent Christen, die meisten davon koptisch-orthodox.

Zu den wichtigsten Standbeinen der Wirtschaft gehört die Ölförderung und Tourismus. Bedeutend sind auch die Einnahmen aus dem Suez-Kanal sowie die Überweisungen ägyptischer Gastarbeiter, von denen viele in den reichen arabischen Golfstaaten leben.

Das kulturelle Erbe aus der Pharaonenzeit sowie die Strände und Tauchmöglichkeiten am Roten Meer ziehen jedes Millionen von Urlauber an.

Auswärtiges Amt über Ägypten