Erdbeben Analyse: Japans Angst vor der KernschmelzeSeite 2/3
Wie wird ein solcher Zwischenfall eingestuft?
Das Ereignis dürfte auf der Skala für nukleare Ereignisse (INES) mindestens als Störfall (Stufe 2) eingestuft werden - wenn es nicht noch zur Kernschmelze kommt. Die höchste INES-Stufe 7 wurde bisher nur beim GAU von Tschernobyl vor 25 Jahren erreicht.
Wie gefährlich war das Feuer im Atomkraftwerk Onagawa?
Dies scheint glimpflich verlaufen zu sein. Bisher gibt es dort keine Informationen über radioaktive Lecks. In Onagawa gibt es drei Reaktoren, die alle Siedewasserreaktoren sind. Dabei wandelt die bei der Kernspaltung im Primärkreislauf erzeugte Wärme das Wasser in Wasserdampf, der direkt die den Strom produzierenden Turbinen antreibt. Durch das Feuer bei den Turbinen wurde der Reaktor selbst nicht gefährdet, die Flammen konnten laut der japanischen Atomsicherheitsbehörde NISA nach einigen Stunden gelöscht werden. Da es keine direkte Trennung zwischen Primärkreislauf und Turbinen gibt, hätte der Brand aber dazu führen können, dass Radioaktivität über mögliche Schäden im Turbinengebäude nach draußen dringt.
Wie erdbebensicher sind deutsche Atomkraftwerke?
«Deutsche Kernkraftwerke sind gegen die bei uns zu erwartenden Erdbeben ausgelegt», sagt Jürgen Maaß vom Umweltministerium. Die Anlagen würden beim Überschreiten bestimmter sicherheitsrelevanter Grenzwerte automatisch abgeschaltet - so wie es auch in Japan geschehen ist. Auch die Schweiz betont: «Die Kernkraftwerke sind so geplant, gebaut und nachgerüstet worden, dass sie auch schweren Erdbeben widerstehen können.» In Deutschland gab es zuletzt 2007 einen Brand auf einem AKW-Gelände. Das Feuer in Krümmel hatte keinen Einfluss auf den Reaktor, es trat auch keine Radioaktivität aus. Aber infolge des Trafobrands kam es zu diversen Fehlern im Ablauf, der Meiler steht seitdem fast ununterbrochen still.
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- Datum 11.03.2011 - 21:50 Uhr
- Quelle dpa
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