Berlin (dpa) - Großer Schock und tiefe Trauer im Berliner Zoo: Knut ist tot. «Knut, der bekannteste Eisbär der Welt, ist heute Nachmittag verstorben», teilt der Zoologische Garten am Samstag mit. Gegen 15.00 Uhr sei das Tier leblos im Wasser des Bärengeheges entdeckt worden.

Jede Hilfe kam zu spät, die Todesursache sei völlig unklar, sagt Bären-Betreuer Heiner Klös der Nachrichtenagentur dpa.

Fast genau vor vier Jahren, am 23. März 2007, erobert der damals winzige Knuddelbär, den der Tierpfleger Thomas Dörflein liebevoll aufzieht, mit seinem ersten Auftritt die Herzen vieler Menschen. Etwa elf Millionen Menschen haben ihn seitdem besucht.

Knuts plötzlichen Tod am Samstag können viele im Zoo-Besucher nicht fassen, einige Kinder weinen, Fassungslosigkeit breitet sich aus. Der Zoo lässt das Areal sperren.

Zum Zeitpunkt seines Todes sei der Bär allein auf der Anlage gewesen, teilt der Zoo mit. Die drei Gefährtinnen - Mutter Tosca, Nancy und Katjuscha - seien bereits eingesperrt gewesen. Zoo-Besucher berichten, sie hätten Knut tagsüber noch schwimmend gesehen. Plötzlich sei er jedoch rückwärts ins Wasser gefallen und habe sich nicht mehr gerührt. Eine Obduktion soll in der nächsten Woche Klarheit über die Todesursache bringen, kündigt Klös an.

Die Geschichte von Knut war ein globales Medien-Phänomen: Am 5. Dezember 2006 wurden in Berlins Zoo Eisbärenzwillinge geboren. Die Mutter verstieß jedoch ihren Nachwuchs. Ein Jungtier starb nach vier Tagen, das andere überlebte im Brutkasten und wurde fortan liebevoll von Tierpfleger Thomas Dörflein aufgezogen, was der Zoo in zahlreichen Filmen und Clips im Internet dokumentierte. Der Knut-Kult begann und brachte dem Zoo Millioneneinnahmen. Dörflein starb überraschend im September 2008 im Alter von 44 Jahren.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), der den Bären erst kürzlich als große Attraktion für Berlin bezeichnet hat, sagt am Samstag: «Wir alle hatten den Eisbären ins Herz geschlossen. Er war der Star des Berliner Zoos.»