Nürnberg (dpa) - Dank des zweiten Auswärtssieges hintereinander hat sich Werder Bremen weiter Luft im Abstiegskampf verschafft und den Sturmlauf des 1. FC Nürnberg Richtung europäische Fußball-Bühne gestoppt. Die Auswahl von Trainer Thomas Schaaf gewann verdient mit 3:1 (1:1) bei den Franken.

Damit bleibt Werder auch im vierten Spiel in Folge ungeschlagen. Sandro Wagner (27./89. Minute) jeweils per Strafstoß und Claudio Pizarro (50.) trafen vor mit 48 548 Zuschauern ausverkauftem Haus für die Gäste, für die enttäuschenden Hausherren war nur Ilkay Gündogan (30.) erfolgreich. Während Bremen als Zwölfter das rettende Mittelfeld vor Augen hat, mussten die Franken nach acht Spielen ohne Niederlage den Platz wieder einmal als Verlierer verlassen.

«Wir sind sehr froh, diese drei Punkte eingefahren zu haben», sagte Werder-Coach Schaaf. «Aber es ist noch nicht alles rund - bei weitem nicht.» Schaafs Nürnberger Kollege Dieter Hecking sah eine verdiente Niederlage seiner jungen Mannschaft, haderte aber auch mit Schiedsrichter Michael Weiner: «Was sich der Mann in Schwarz geleistet hat, war genauso katastrophal wie unsere Leistung», schimpfte er in der ersten Aufregung. «Aber man sollte in erster Linie bei sich selbst anfangen.»

Mit großen Personalproblemen waren die Gäste in die Partie gegangen, doch davon ließen sich die Hanseaten in keiner Phase beeindrucken. Die Abwehr stand trotz des Ausfalls von Sebastian Prödl (Sehnenriss im Oberschenkel), für den Petri Pasanen in die Innenverteidigung gerückt war, weitgehend sicher. Und nach vorn war Schaafs Team von Beginn an die gefährlichere Mannschaft. Zunächst prüfte Pizarro «Club»-Keeper Raphael Schäfer mit einem Flachschuss (12.), dann lenkte Schäfer einen Freistoß des starken Routiniers Torsten Frings über die Latte (14.).

Nur eine Minute später konnten sich die überraschten Franken erneut bei ihrem Schlussmann bedanken, der einen Kopfball des freistehenden Wagner über die Latte lenkte. Wenig später hatten die Gäste Glück, dass Referee Weiner ein Foul an Mehmet Ekici im Bremer Strafraum (20.) nicht ahndete. Auf der anderen Seite ertönte der Pfiff dann aber nach einem Foul von Philipp Wollscheid an Pizarro, den Strafstoß verwandelte Wagner. Spätestens jetzt hatte Weiner fast das gesamte Stadion gegen sich.

Werder konnte sich nur drei Minuten über die Führung freuen: Wie aus dem Nichts traf Gündogan mit einem für den bis dahin fast beschäftigungslosen Nationalkeeper Tim Wiese unhaltbar abgefälschten Ball zum Ausgleich. Fortan gaben die Gäste ihre Dominanz etwas aus der Hand, doch die trotz ihrer Erfolgsserie erstaunlich verhalten auftretenden Hausherren kamen kaum zu gefährlichen Aktionen.

Nach dem Wechsel schlugen die Bremer eiskalt zu: Pizarro traf mit einem ebenfalls unglücklich abgefälschten Schuss zur erneuten Führung. Nürnberg bemühte sich fortan, noch einmal ins Spiel zu kommen. Mit der Gelb-Roten Karte für Timothy Chandler (72.) war die Partie aber gelaufen, die Gäste brachten dank des zweiten Elfmeter-Tores von Wagner den wichtigen Sieg locker nach Hause.