Hamburg (dpa) - Michael Oenning hat einen fulminanten Einstand als Cheftrainer von Fußball-Bundesligist Hamburger SV gefeiert. Nach einer turbulenten Woche mit dem Wechsel auf der Trainerbank und in der Führungsetage fertigten die spielfreudigen Norddeutschen den 1. FC Köln 6:2 (4:0) ab.

Überragender Spieler war Mladen Petric mit drei Treffern (12., 38., 44.). Änis Ben-Hatira (32.), Gojko Kacar (52.) und Zé Roberto (62.) steuerten vor 57 000 Zuschauern die weiteren Tore bei. Mato Jajalo (50.) und Lukas Podolski (62.) mit seinem zwölften Saisontor betrieben für Köln nur Ergebniskosmetik. Eine Woche nach dem 0:6-Debakel bei Bayern München versöhnten die Hanseaten auch ihre Fans.

«Diesen Sieg hatten wir bitter nötig. Die vergangenen Wochen haben an uns genagt. Der Umschwung deutete sich in dieser Woche bereits im Training an. Die Situation hatte die Spieler in den vergangenen Wochen belastet, und das wirkte sich in der Leistung aus», sagte HSV- Sportdirektor Bastian Reinhardt. Oenning fügte hinzu: «Die Mannschaft war sich im Klaren, dass sie eine Reaktion zeigen musste. Aber das ist nur der erste Schritt.» Völlig bedient war Gäste-Coach Frank Schäfer: «Das ist eine bittere Niederlage, die uns richtig wehtut.»

Vor der Partie wurde Mittelfeldspieler Zé Roberto für seinen 330. Bundesliga-Einsatz geehrt. Der 36-Jährige zog mit Sergej Barbarez gleich, der bisher allein die Liste der meisten Ausländer-Einsätze anführte. Wie von Oenning angekündigt, lief viel über den Brasilianer, der ins offensive Mittelfeld vorgerückt war.

In dem für ihn wichtigen Spiel kam er sogar zum Torerfolg, als Petric von Kevin Pezzoni gefoult wurde und Zé Roberto den Elfmeter cool verwandelte. Besonders dem oft aussortierten Eljero Elia und Petric war anzumerken, dass der Trainerwechsel von Armin Veh zu Oenning sie motiviert hatte.

Petric staubte mit seinem neunten Treffer zur Führung ab, als Michael Rensing einen Schuss von Ben-Hatira nur abklatschen konnte. Gefährlich war auch ein gefühlvoller Kopfball des Kroaten (25.), der aber über das Gehäuse flog. Das verdiente 2:0 gelang per Lupfer dem schnellen Ben-Hatira, der auf dem rechten Flügel ein hervorragendes Spiel aufzog und die Fehler der Kölner ein ums andere Mal ausnutzte. So bediente er in der 35. Minute Ruud van Nistelrooy, der die hochkarätige Chance vergab. Oenning hatte nach den Niederländer nach einem längeren Gespräch von der «Strafbank» in die Startelf geholt.

Zwar blieb er ohne Torerfolg, seine Vorlage zum 3:0 für Petric war aber sehenswert. Torwart Frank Rost hatte den Treffer mit einem weiten Abschlag auf van Nistelrooy eingeleitet. Der Stürmerstar sah allerdings die fünfte Gelbe Karte und fehlt dem HSV nach der Länderspielpause bei der nächsten Partie in Hoffenheim. Zum 4:0 und Saisontreffer Nummer elf bediente Elia den emsigen Petric, der das Publikum zu Ovationen animierte. Auch Kacars Kopfball zum 5:1 war clever, entstand aber wieder aus kapitalen Abwehrfehlern.