Moskau (dpa) - Russische Militärexperten und Politiker haben die Armee des libyschen Machthabers Muammar el-Gaddafi als unorganisiert und schlecht ausgerüstet bezeichnet.

«Die noch von der Sowjetunion gelieferten Luftabwehrsysteme sind in schlechtem Zustand und stellen keine ernsthafte Bedrohung für eine moderne Luftwaffe dar», sagte Ruslan Alijew vom Zentrum für Analysen von Strategien in Moskau.

Auch die Flugzeuge des nordafrikanischen Landes seien nahezu kampfunfähig, die Piloten zudem schlecht ausgebildet. «Der Widerstand des libyschen Heers dürfte mit erfolgreichen Luftschlägen schnell gebrochen sein», sagte Alijew nach Angaben der Agentur Interfax.

Auch der Moskauer Außenpolitiker Michail Margelow sagte, Gaddafis Militär habe einer internationalen Offensive gegen Libyen wenig entgegenzusetzen. «Leider haben die Machthaber in dieser Region aber keinerlei Skrupel, die Zivilbevölkerung als "lebendes Schutzschild" zu missbrauchen», sagte der Chef des außenpolitischen Ausschusses im Föderationsrat. Bei vielen zivilen Opfern könnte die «antiamerikanische Stimmung in der arabischen Welt zunehmen».

Russland hatte sich wie Deutschland bei der vom UN-Sicherheitsrat verabschiedeten Libyen-Resolution enthalten und will an keiner Militäraktion gegen das Land teilnehmen.