Wahlen CDU droht in Baden-Württemberg die Abwahl
Stuttgart/Mainz (dpa) - Mit den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz erreicht das Superwahljahr 2011 an diesem Sonntag seinen Höhepunkt. Nach den Umfragen könnte die CDU in Baden-Württemberg unter Ministerpräsident Stefan Mappus nach fast sechs Jahrzehnten die Macht verlieren.
Sollte diese historische Zäsur eintreten, hätte dies auch Auswirkungen auf die schwarz-gelbe Bundesregierung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). In Rheinland-Pfalz wird der bislang allein regierende Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) voraussichtlich auf einen Koalitionspartner angewiesen sein.
In Hessen werden zudem die Kommunalparlamente gewählt. Insgesamt sind in allen drei Bundesländern 15,5 Millionen Bürger zur Wahl aufgerufen.
Die Wahlkämpfe wurden am Schluss stark von der Atomkatastrophe in Japan und der neuen Debatte über die Zukunft der Kernenergie in Deutschland überlagert. Zum Abschluss des CDU-Wahlkampfes in Rheinland-Pfalz verteidigte Merkel am Samstag in Trier das Abschalten der sieben ältesten Atommeiler für drei Monate und die Überprüfung sämtlicher Reaktoren. Dieses Moratorium sei kein Wahlkampfmanöver und «der Sache angemessen». Schon am Freitagabend hatte die baden-württembergische CDU mit Merkels Unterstützung den Wahlkampf offiziell abgeschlossen. Auch in diesem Land warben die Parteien am Samstag in den Fußgängerzonen aber nochmals mit aller Kraft um Stimmen.
Für die größte Spannung sorgt die Wahl in Baden-Württemberg: Rund 7,8 Millionen Wahlberechtigte entscheiden dort über die Zukunft der CDU/FDP-Koalition und des erst vor gut einem Jahr ins Amt gekommenen Mappus. Nach den Meinungsumfragen könnte eine rot-grüne oder eine grün-rote Regierung - dann mit dem ersten grünen Ministerpräsidenten Deutschlands - das Ruder übernehmen. Erstmals könnte die Linke in den Landtag kommen oder aber auch die FDP in ihrem Stammland aus dem Parlament fliegen.
SPD und Grüne lagen zuletzt in einer TNS-Emnid-Befragung für das Magazin «Focus» bei 48 Prozent, Schwarz-Gelb nur noch bei 43. Auch eine Umfrage des Instituts YouGov sah eine Mehrheit für Grün-Rot von 48 Prozent gegenüber 42 Prozent für Schwarz-Gelb.
Ministerpräsident Mappus warnte in der «Bild am Sonntag» vor einer grün-roten oder grün-rot-roten Koalition: «Dann bekämen wir so chaotische Verhältnisse wie in NRW, mit Schuldenpolitik, Steuererhöhungen und dem Versuch, das erfolgreichste Schulsystem in Deutschland zu kippen und durch eine Einheitsschule zu ersetzen.»
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- Datum 26.03.2011 - 15:50 Uhr
- Quelle dpa
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