Berlin (dpa) - Um die Zukunft der Geparde ist es nicht gut bestellt. Ihre Erbanlagen sind nicht ausreichend für neue Krankheiten gerüstet, bestätigten Forscher des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) am Montag in Berlin. Sie untersuchten die Immun-Gene von 149 wilden Geparden aus Namibia.

Die genetische Vielfalt dieser Tiere sei zwar größer als bislang angenommen und reiche bis jetzt aus, um die Gepardenpopulation gesund zu halten. Aber Entwarnung für die eleganten Raubkatzen konnten die Wissenschaftler angesichts von Klimawandel und Umweltveränderungen nicht geben.

Der Gepard gilt als klassisches Beispiel für den genetischen Flaschenhals. Dieses Phänomen tritt bei Tieren auf, deren Bestand - etwa durch Jagd - schon einmal stark geschrumpft war oder ist. Wenn es nur noch wenige Tiere gibt, die sich paaren können, ist die Gefahr der Inzucht groß. So reduzieren sich die Genvarianten bei den Nachkommen. Die Tiere können sich weniger gut an ihre Umwelt anpassen und sind anfälliger für Krankheiten.

Eine geringe Vielfalt bei den Immun-Genen gehört zu den größten Bedrohungen von Tierarten, erklärte das Forscherteam um Simone Sommer. Die sogenannten MHC-Gene enthalten den Bauplan für Proteine, die dem Immunsystem helfen, Viren, Bakterien oder Parasiten zu erkennen und zu vernichten. In Namibia lebt nach Angaben der Wissenschaftler mit 3 100 Tieren die weltweit größte Population der Geparde.

idw-Pressemitteilung des IZW