Müllheim (dpa) - Der in Südbaden entgleiste Chemie-Güterzug hat am Wochenende eine zentrale Nord-Süd-Achse im europäischen Bahnverkehr lahmgelegt. Die Bergung auf der Strecke Karlsruhe-Basel war komplizierter und langwieriger als erwartet.

Erst am Sonntagabend wurde ein Gleis wieder freigegeben, Mitte der Woche soll ein zweites folgen. Hunderte Züge im Fern-, Nah- und Güterverkehr waren betroffen, tausende Reisende mussten auf Busse umsteigen. Am Unglücksort waren bis zu 200 Helfer im Einsatz.

Am Freitag hatten sich acht Waggons von dem Zug gelöst. Es entstand ein Millionenschaden. Die Unfallursache ist bisher unklar.

Samstagmittag im Bahnhof von Müllheim: Es sieht aus wie auf einem Trümmerfeld: Drei der entgleisten Waggons liegen nach wie vor völlig demoliert quer auf den Schienen, blockieren die Zugstrecke Karlsruhe-Basel. Sie ist mit deutlich mehr als 250 Zügen täglich eine der meistbefahrenen Fernverbindungen der Bahn und eine der bedeutendsten Güterbahnstrecken Europas.

Nichts geht mehr. Die Oberleitung ist heruntergerissen, Schienen wurden von den tonnenschweren Güterzugwaggons aus ihrer Verankerung gerissen und liegen völlig verbogen neben dem zerstörten Gleisbett.

Müllheim entging nur knapp einer Katastrophe. Es liefen nur vergleichsweise harmlose Stoffe aus. Zu einer Explosion oder einem Brand kam es nicht. Das Unglück geschah direkt an der Bahnsteigkante des kleinen Bahnhofs.

An ein schnelles Aufräumen ist nicht zu denken. Zunächst müssen die umgestürzten Waggons geleert und die geladenen Chemikalien in andere Wagen umgefüllt werden. Erst danach können die entgleisten Güterzugwaggons weggebracht werden.