Berlin (dpa) - Der Leiter der Infektionsepidemiologie am Robert Koch-Institut, Gérard Krause, rät während der EHEC-Infektionswelle zu Vorsicht bei rohem Gemüse.

In Deutschland gibt es 800 bis 1200 Infektionen pro Jahr mit EHEC-Bakterien. Warum sind Sie bei einigen Dutzend Fällen besorgt?

Krause: «Wir haben ungewöhnlich viele schwere Verläufe in kurzer Zeit. Und es ist außerdem eine ungewöhnliche Verteilung. Wir haben deutlich mehr Frauen als Männer und wir haben deutlich mehr Erwachsene als Kinder. Diese schweren Verlaufsformen treten gewöhnlicherweise sehr viel häufiger bei kleinen Kindern auf.»

Warum sind besonders Frauen betroffen?

Krause: «Als Ursache kommen Gemüse oder andere Lebensmittel infrage die gewöhnlich nicht gekocht werden. Oder es könnte ein Lebensmittel sein, das zwar gekocht wird aber bei der Zubereitung zur Kontamination führt. Die Frauen bereiten häufiger Lebensmittel zu, und da können sie sich möglicherweise bei der Reinigung des Gemüses oder anderer Lebensmittel infizieren. Wir haben keine Hinweise darauf, dass Fleisch oder Rohmilch die Ursache sind.»

Wie kann man sich und andere schützen?

Krause: «Wir empfehlen dringend, Gemüse, das normalerweise roh verzehrt wird, sehr gründlich zu reinigen. Bei der Zubereitung von Gemüse, auch wenn es nachher gekocht wird, sollte man auf gute Händehygiene achten. Die Schnittplatten, die Messer und Geräte, die man benutzt hat sollten nicht ungespült und ungereinigt wieder für andere Lebensmittel verwendet werden. Wir empfehlen vor allen Dingen, bei blutigem Stuhl einen Arzt aufzusuchen, und der sollte an eine entsprechende Laboruntersuchung denken.»