Frankfurt/Main (dpa) - Der Test gegen Uruguay wird für viele Spieler auch zur persönlichen EM-Bewerbung. Anders als Bayer-Kollege Ballack kehrt Simon Rolfes in die Fußball-Nationalmannschaft zurück. Und Neue wie der Schalker Höwedes drängen nach. Talent Marco Reus muss verletzt warten.

Für Joachim Löw ist es eine Art Vorspiel, für seine berufenen Akteure aber schon ein heißer Wettbewerb. Im Test-Länderspiel gegen Uruguay will sich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft nicht nur auf die beiden folgenden wichtigen EM-Qualifikationspartien in Österreich und Aserbaidschan einstimmen. Es geht auch um Einsatzzeiten und das teaminterne Ranking. «Es ist zwar ein Aufgalopp, aber mit Sicherheit ein interessantes Spiel für jeden einzelnen Spieler», betonte der Leverkusener Simon Rolfes, der in Sinsheim nach 19 Monaten Auswahl-Pause sein Comeback feiern kann.

Dagegen muss Marco Reus sein vom Bundestrainer fest eingeplantes Nationalmannschafts-Debüt gegen den WM-Vierten Uruguay ein weiteres Mal verschieben. Der 21 Jahre alte Gladbacher leidet noch immer unter muskulären Problemen und konnte auch am Abschlusstraining nicht teilnehmen. Man wolle bei Reus «kein Risiko» eingehen, begründete Löw den Verzicht auf den Neuling im ersten von drei Länderspielen.

Da auch Sami Khedira nach einem Muskelriss noch im Aufbautraining steht, hat Löw für die Neuauflage des kleinen WM-Endspiels von 2010 20 Akteure zur Verfügung. Lukas Podolski konnte trotz einer Knöchelblessur das Abschlusstraining bestreiten.

«Natürlich wird das Grundgerüst von Anfang an auf dem Platz stehen, weil es wichtig ist, dass die Spieler in Rhythmus kommen. Im Verlauf des Spiels möchte ich dann einiges testen», erklärte Löw und stellte dem Schalker Benedikt Höwedes sein Debüt im A-Team des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Aussicht. «Der Bundestrainer hat ein bisschen mit mir gesprochen und gesagt, dass ich wahrscheinlich schon gegen Uruguay Einsatzzeiten bekomme», berichtete Höwedes.

Der Schalker Innenverteidiger hat schon nach wenigen Stunden im Kreise der Nationalmannschaft Löws Vorgaben verinnerlicht: «Ich werde versuchen, positiv aufzufallen.» Der DFB-Chefcoach hat allen seinen EM-Kandidaten klargemacht: «Es ist ein verschärfter Konkurrenzkampf.» Jedes Länderspiel ist so auch eine Bewerbung für höhere Aufgaben - etwa bei der EM-Endrunde im Sommer 2012 in Polen und der Ukraine.

«Die WM hat gezeigt, dass sich innerhalb kürzester Zeit viel ändern kann. Im Fußball kann man nichts als fix nehmen. Deshalb ist es wichtig, sich zu positionieren», unterstrich der 29 Jahre alte Rolfes. Wie sein jetziger Clubkollege Michael Ballack hatte der Leverkusener die WM in Südafrika verpasst. Anders als Ballack (34) schaffte Rolfes nun nach drei Knieoperationen und vielen Monaten in der Rehabilitation den Sprung zurück ins Nationalteam.